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Herren NLA

11.02.2018

Der Wegweiser zeigt Richtung Playoffs

Gegen den HC Rychenberg gelingt dem UHC Uster am Sonntagabend genauso wie im letzten Spiel vor drei Wochen gegen Malans die Revanche für eine äusserst unglückliche Auswärtsniederlage in der Hinrunde. Dem beherzten und engagierten Auftritt der Buchholz-Truppe mussten sich letztendlich auch die Winterthurer beugen. Nach dem 6:5-Erfolg gegen den Kantonsrivalen haben es die Zürcher Oberländer in der abschliessenden Qualidoppelrunde vom kommenden Wochenende definitiv in den eigenen Händen, den Traum von der erstmaligen Playoffqualifikation wahr zu machen.

Gegen den HC Rychenberg Winterthur hatten die Ustermer noch eine Rechung offen, nachdem sie in der Hinrunde in Seen nach einer 5:2-Führung am Ende doch noch als Verlierer vom Platz hatten gehen müssen. 6:5 hatte das Schlussresultat damals geheissen, und auch im Buchholz stand nach 60 wiederum hart umkämpften Spielminuten das Ergebnis von 6:5 auf der Anzeigetafel, diesmal allerdings mit der höheren Zahl auf Ustermer Seite. Florian Bolliger hatte das Score nach viereinhalb Minuten mit einem schönen Schlenzer an den Fanghänden von HCR-Goalie Ruven Gruber vorbei eröffnet. Nur wenige Sekunden später rettete Uster-Keeper David Holenstein vor Winterthurs Captain Lukas Grunder. Zehn Minuten später liess er sich jedoch von einem Bubentrickli von Rychenbergs Topscorer Fredrik Holtz erwischen, machte dies jedoch keine Minute später mit einer sehenswerten Parade gegen ein Geschoss von Moritz Schaub wieder gut. Da im weiteren Verlauf auch Uster-Topscorer Manuel Hummer sowie Niko Juhola ihre Schüsse vom gut reagierenden Gruber entschärft sahen, ging es mit dem Remis in die erste Drittelspause.

Der zweite Spielabschnitt liess sich aus Zürcher Oberländer Sicht äusserst erfreulich an: Nach nur 45 Sekunden knallte Marco Klauenbösch ein wunderschönes Zuspiel Hummers unhaltbar für seinen letztjährigen Teamkollegen Gruber in die Maschen. Nur gut drei Minuten später erhöhte Tobias Ledergerber auf 3:1, indem er den eher zufällig vor seine Füsse gekullerten Ball reaktionsschnell backhand ins Netz spedierte. Im Minutentakt boten sich weitere Torchancen, aber Juhola scheiterte wieder an Gruber, und Hummer hatte sein Visier etwas zu hoch eingestellt. Als die Ustermer Defensive für einmal nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe war, konnte Tobias Studer völlig unbedrängt für die Gäste den Anschlusstreffer erzielen und dreieinhalb Minuten vor Drittelsende nutzte der Schwede Rasmus Sundstedt mit einem platzierten Weitschuss ein Überzahlspiel zum 3:3-Ausgleich; Klauenbösch sass wegen Stossens auf der Bank. Die Ustermer ihrerseits vermochten eine Bankstrafe gegen Rychenbergs Sämi Gutknecht Ende des Mitteldrittels nicht zu nutzen.

Den Powerplaytreffer holte Simon Suter jedoch in der dritten Minute des letzten Spielabschnitts nach, als er einen Schuss von Hummer unhaltbar ins Netz lenkte, während Hautaniemi das Geschehen wegen eines Sperrens von der Strafbank aus verfolgte. Der Finne revanchierte sich jedoch nur kurz darauf mit dem erneuten Ausgleichstreffer, der wegen einer Zweiminutenstrafe gegen Sandro Kellermüller infolge überharten Körpereinsatzes ebenfalls im Überzahlspiel fiel. In der 52. Minute schickten die Referees Hautaniemi wegen Reklamierens nochmals in eine zweiminütige Findungspause, und wieder war es Suter, der seine Farben auf Zuspiel des nach der Partie zum besten Ustermer Spieler ausgezeichneten Schweden Oskar Henriksson in Führung brachte. Genau fünf Minuten vor Spielende baute Florian Nideröst mit einem satten Abschluss den Vorsprung auf zwei Tore aus. Es sollte die letztlich spielentscheidende Szene sein, denn die Winterthurer vermochten in der Schlussphase, die sie ab der 58. Spielminute mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle von Torhüter Gruber bestritten, nur noch den 6:5-Anschlusstreffer durch Nils Conrad zustande.

Mit dem Erfolg gegen den Kantonsrivalen festigte der UHC Uster vor den abschliessenden zwei Runden der Qualifikation den achten Tabellenrang; 24 Punkte stehen auf dem Konto. Waldkirch-St. Gallen auf Rang 9 liegt nach der Auswärtsniederlage gegen Alligator Malans nun drei Zähler zurück, Chur Unihockey nach der Schlappe tags zuvor bei Wiler-Ersigen bereits mit deren sechs. Mit einem um 34 Zähler schlechteren Torverhältnis als die Zürcher Oberländer dürften die Bündner bezüglich Playoffqualifikation keine Rolle mehr spielen. Definitiv aus dem Rennen sind die Kloten-Bülach Jets, nachdem sie zu Hause gegen Zug United den Kürzeren gezogen haben und auf ihren 15 Punkten sitzen blieben. Die Innerschweizer ihrerseits liegen mit 27 Punkten auf Rang 7 und damit auch noch in Reichweite der Ustermer. Während die Zürcher Oberländer am kommenden Samstag zu Hause gegen Tabellenleader und Titelverteidiger Wiler-Ersigen auflaufen werden und tags darauf gegen die Kloten-Bülach Jets anzutreten haben, spielt Zug United noch auswärts gegen Köniz Floorball und zu Hause gegen Chur Unihockey, der UHC Waldkirch-St. Gallen erst in der Hardau beim Grasshopper-Club und zum Abschluss daheim gegen Schlusslicht Thun.

Die Tür zur erstmaligen Ustermer Playoffquali ist bereist mehr als einen Spalt breit geöffnet – nun gehört sie mit einem kräftigen Tritt endgültig aufgestossen.

 

Bericht: P.W.

 

UHC Uster – HC Rychenberg Winterthur 6:5 (1:1, 2:2, 3:2)

Buchholz, Uster. – Zuschauer: 352. – SR: Fässler/Schläpfer. – Tore: 21. Bolliger (Nideröst) 1:0. 15. Holtz (Hautaniemi) 1:1. 21. Klauenbösch (Hummer) 2:1. 25. Ledergerber (Suter) 3:1. 30. Studer (Koskelainen) 3:2. 37. Sundstedt (Koskelainen) 3:3. 43. Suter (Hummer) 4:3. 45. Hautaniemi (Holtz) 4:4. 52. Suter (Henriksson) 5:4. 55. Nideröst (Ledergerber) 6:4. 59. Conrad (Koskelainen) 6:5. – 2 mal 2 Minuten gegen Uster, 3 mal 2 Minuten gegen Rychenberg. – UHC Uster: Holenstein; Henriksson, Klauenbösch; Bolliger, Ledergerber; Heierli, Aellig; Schubiger, Juhola, Hummer; Nideröst, Berweger, Suter; Kellermüller, Urner, Steiger; Tschopp, Klöti, Losa, Stäubli. – 58. Timeout Rychenberg. Rychenberg ab 57:11 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter.