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Herren NLA

12.11.2017

Die Chance nicht gepackt

Der UHC Uster hätte am Samstagabend die Gelegenheit gehabt, mit einem Auswärtssieg gegen den Kantonsrivalen Rychenberg Winterthur den Abstand auf den Strich auf vier Punkte auszubauen. Weil zum wiederholten Mal ein Dreitorevorsprung nicht über die Zeit gebracht wurde, finden sich die Zürcher Oberländer stattdessen auf einem Playoutplatz wieder.

Mit permanentem Druck wollten die Ustermer die in dieser Saison noch nicht wirklich in die Gänge gekommenen Winterthurer in Verlegenheit bringen. Coach Simon Meier liess über die gesamten 60 Minuten nur zwei Linien aufspielen; die dritte kam insgesamt gerade mal zu zwei Kurzeinsätzen. Das sah auf dem Feld zu Beginn ganz gut aus, aber weil die Rychenberger ihre beiden ersten Chancen gleich zu Toren ummünzen konnten, stand es nach acht Minuten 2:0 für den Gastgeber. In beiden Fällen konnten die Torschützen, Moritz Schaub und Fredrik Holtz, völlig unbedrängt einen Querpass einnetzen. Dies stiess insbesondere UHCU-Verteidiger Marco Klauenbösch sauer auf, der nur 17 Sekunden nach dem zweiten Winterthurer Treffer einen satten Weitschuss ins rechte obere Eck des von Ruven Gruber gehüteten Winterthurer Tors versenkte. Nachdem die Zürcher Oberländer Glück hatten, in einem zweiminütigen Überzahlspiel (!) ohne Gegentreffer davongekommen zu sein, war es in der 17. Minute wiederum der in der letzten Saison noch in den kanariengelben Farben des Gegners aufgelaufene Klauenbösch, der mit einer Kopie seines ersten Treffers den Ausgleich egalisieren konnte.

Im zweiten Spielabschnitt sorgten die Ustermer für grosses Spektakel, als man mit drei Toren innerhalb von anderthalb Minuten auf 5:2 davonziehen konnte. Erst verwertete Tobias Ledergerber einen Abpraller Grubers, dann erwischte Topscorer Manuel Hummer den Rychenberg-Goalie mit einem überraschenden Schuss und schliesslich zauberten Romano Schubiger und Simon Suter einen bilderbuchmässigen Konter aufs Parkett, den letzteren zum fünften Ustermer Torerfolg nutzte. Doch Freud und Leid liegen mitunter nahe beieinander. Nur eine Minute später wurde Captain Raphael Berweger wegen groben Körpereinsatzes für fünf Minuten auf die Strafbank geschickt. Da kurz vor Ablauf seiner Strafe auch noch Fabian Steiger für unerlaubten Körpereinsatz zwei Minuten Ruhepause verordnet wurden, spielten die Winterthurer also knapp sieben Minuten mit einem Mann mehr. Dies nutzten sie zwar zu zwei Toren durch Holtz und Schaub. Pech für die Gäste, dass kurz darauf ein Tor Suters wegen vorgängigen Stockhebens aberkannt wurde.

Sicher ärgerlich aus Ustermer Sicht, dass man den Gegner auf diese Weise wieder hatte herankommen lassen müssen, trotzdem startete man immer noch mit einem Tor Vorsprung ins Schlussdrittel. Dieses verlief jedoch mehr als enttäuschend. Die Zürcher Oberländer vermochten in den letzten 20 Minuten kaum mehr Torgefahr vor Gruber zu erzeugen. Nur Schubiger hatte noch eine Grosschance, brachte den Ball aber nicht am bereits am Boden liegenden Rychenberg-Goalie vorbei. Die Rechnung dafür präsentierte sich gesalzen. In der 45. Minuten liess Mikuláš Komárek Nils Conrad zuviel Platz, so dass dieser zum Ausgleich einnetzen konnte, und fünf Minuten später verlor Berweger in der Vorwärtsbewegung den Ball an Niklas Niiranen – die Frage eines Stockschlags des Finnen stand im Raum, wurde von den Referees aber abschlägig beantwortet –, der dann nur noch Mikko Hautaniemi zu bedienen brauchte; Winterthurs Topscorer versenkte den 6:5-Siegtreffer souverän. Auch in den letzten beiden Spielminuten, als die Ustermer mit einem sechsten Feldspieler anstelle von Goalie Christoph Tschopp agierten, kamen die Rychenberger nicht mehr ins Wanken, sondern zogen mit den drei gewonnenen Punkten in der Tabelle am UHC Uster vorbei auf einen Playoffplatz.

HC Rychenberg Winterthur - UHC Uster 6:5 (2:2, 2:3, 2:0)
Sporthalle Oberseen, Winterthur. – 430 Zuschauer. – SR: Fässler/Schläpfer. – Tore: 7. Schaub (Koskelainen) 1:0. 9. (8:09) Holtz (Schwerzmann) 2:0. 9. (8:36) Klauenbösch (Bolliger) 2:1. 17. Klauenbösch (Nideröst) 2:2. 25. (24:08) Ledergerber (Komárek) 2:3. 25. (24:46) Hummer (Bolliger) 2:4. 26. (25:34) Suter (Schubiger) 2:5. 28. Holtz (Hautaniemi) 3:5. 32. Schaub (Koskelainen) 4:5. 45. Conrad (Holtz) 5:5. 50. Hautaniemi (Niiranen) 6:5. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Rychenberg, 2 mal 2 Minuten und 1 mal 5 Minuten (Berweger) gegen Uster. – UHC Uster: Tschopp; Klauenbösch, Bolliger; Ledergerber, Aellig; Steiger, Heierli; Henriksson, Nideröst, Hummer; Schubiger, Komárek, Suter; Vitali, Kellermüller, Scherrer; Holenstein, Urner. – 54. Pfostenschuss Koskelainen (Rychenberg). 59. Timeout Uster. Uster von 58:03 bis 60:00 phasenweise ohne Torhüter. Uster ohne Büsser und Juhola.