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Herren NLA

06.10.2018

Erfolgreiche Rückkehr vom Krankenbett

In einer gegen diesen Gegner gewohnt intensiv geführten und bis zur Schlusssirene spannenden Partie behielt der UHC Uster gegen Waldkirch-St. Gallen mit 3:2 die Oberhand. Die Ostschweizer scheiterten insbesondere an ihrer Abschlussschwäche und einem gross aufspielenden UHCU-Keeper David Holenstein.

Die St. Galler waren zu Spielbeginn sichtlich darum bemüht, einen sich eventuell noch nicht völlig auf der Höhe befindlichen Fitnessstand des Ustermer Teams nach dem krankheitsbedingten (Total-)Ausfall der Mannschaft am Wochenende zuvor ausnützen. Sie wechselten jeweils schnell von der Defensive in die Offensive und suchten den raschen Torabschluss, scheiterten im ersten Drittel jedoch am sehr viel Sicherheit ausstrahlenden David Holenstein oder ihrer Zielgenauigkeit. Auch eine zweiminütige Überzahl vermochten die Ostschweizer nicht in einen Torerfolg umzumünzen; Marco Klauenbösch war wegen Stockschlags auf die Strafbank geschickt worden. Holenstein gab seinem Team die nötige Sicherheit, sich vom St. Galler Sturm und Drang nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und ein etwas mehr auf Ballkontrolle ausgelegte Spielweise zu verfolgen. Allerdings vermochte auch Waldkirch-Torhüter Dominic Jud bei den Ustermer Abschlüssen jeweils sein Veto einzulegen, mit Ausnahme einer etwas zu schnell vorgetragenen Kombination ausgehend von Simon Suter über Niko Juhola zu Torschütze Kaapo Savinainen, der sich auf seiner der Not entsprungenen Centerposition weiterhin pudelwohl zu fühlen scheint.

Das zweite Drittel wurde erst nach acht Minuten mit einer Zweiminutenstrafe wegen überharten Körpereinsatzes gegen St. Gallens Thomas Mittelholzer richtig lanciert. Gefährlich wurde es allerdings nur vor Usters Kasten. Erst scheiterten Manuel Büsser und David Gross relativ kläglich bei einem Konter, und mit Ablauf der Strafe sah Jeanot Eschbach seinen Schuss vom wiederum glänzend agierenden Holenstein pariert. Die Ostschweizer betrieben zwar weiter ein aggressives Forechecking, blieben mit ihren Abschlüssen jedoch weitgehend harmlos. Einzig Waldkirch-Topscorer Michael Schiess sorgte mit einem Lattenknaller für einen Zürcher Oberländer Schockmoment. Zu jenem Zeitpunkt lag das Heimteam aber bereits mit 2:0 in Front, weil Gabor Büsser eine Unachtsamkeit in der St. Galler Abwehr gewitzt auszunützen gewusst hatte.

Den frühen Anschlusstreffer im Schlussdrittel beantwortete Kaapo Savinainen nur drei Minuten später mit seinem zweiten Tor des Abends. Danach dauerte es wieder zehn Minuten, bis Waldkirchs Manuel Büsser mit einem Pfostenschuss etwas Nennenswertes produzierte. Auch die zweite Strafzeit gegen die Zürcher Oberländer nach einem Stockschlag Suters schien ohne Folgen überdauert werden zu können, als eine Sekunde vor der Rückkehr des Ustermers Topscorers aufs Spielfeld Chris Eschbach doch noch die Lücke fand und für eine aufwühlende Schlussphase besorgt war. Als der nach dem Spiel zum besten Ustermer Akteur ausgezeichnete Holenstein jedoch vier Sekunden vor Schluss mit einer starken Parade auch den letzten Abschlussversuch von Thomas Mittelholzer zunichte gemacht hatte, war der Dreier im Trockenen.

«Ein schönes Gefühl war das», meinte der Ustermer Keeper danach zu dieser Schlüsselszene kurz vor Spielende. «Insbesondere wenn man sich vor Augen hält dass die Partien gegen Waldkirch-St. Gallen hinsichtlich der Playoffquali immer grosse Bedeutung haben und das heute wichtige drei gewonnene Punkte sind. Zudem wäre ein Sieg der St. Galler heute sicher auch nicht unverdient gewesen.» Selber in der Woche davor noch von einer Magen-Darm-Grippe geplagt und am Freitagabend vor dem Spiel erstmals wieder im Training, erscheint die tolle Leistung Holensteins doch sehr bemerkenswert. «Vielleicht hat mir die Woche Nichtstun ja auch nicht geschadet», meint dieser dazu mit einem Augenzwinkern. «Oder ich war heute besonders motiviert, weil mein Bruder auf der gegnerischen Bank gesessen hat.» Dass das Ustermer Team in dieser Partie eine gewisse Spritzigkeit hat vermissen lassen, will sein Torhüter nicht in erster Linie auf die krankheitsbedingten Nachwirkungen schieben. «Schwerer wog wohl, dass wir aufgrund der vielen Ausfälle in den letzten Tagen nur ein sehr eingeschränktes Trainingsniveau aufrecht erhalten konnten.» Umso vielversprechender für die Zukunft, wenn es dann trotzdem zum Sieg reicht.

 

UHC Uster : UHC Waldkirch-St. Gallen 3:2 (1:0, 1:0, 1:2)

Buchholz, Uster. – Zuschauer: 242. – SR: Hohler/Koch. – Tore: 12. Savinainen (Juhola) 1:0. 34. Büsser (Stäubli) 2:0. 41. T. Mittelholzer (Schiess) 2:1. 44. Savinainen (Suter) 2:2. 57. C. Eschbach (Jordan) 3:2. – Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Uster, 1 mal 2 Minuten gegen Waldkirch-St. Gallen. – UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Hurni; Heierli, Klauenbösch; Gallati; Savinainen, Juhola, Suter; Schubiger, Berweger, Urner; Kellermüller, Büsser, Stäubli; Brütsch, Schläpfer, Zeder. – 35. Lattenschuss Schiess (Waldkirch-St. Gallen). 53. Pfostenschuss Büsser (Waldkirch-St. Gallen). 59. Timeout Waldkirch-St. Gallen. Waldkirch-St. Gallen ab 59:34 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Ledergerber, Kanebjörk und Nideröst (alle verletzt).