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Herren NLA

08.10.2017

Fehlende Cleverness kostet den Sieg

Wie bereits eine Woche zuvor gegen die Tigers Langnau bringt der UHC Uster auch im Gastspiel bei Floorball Köniz einen 5:2-Vorsprung aus dem Mitteldrittel nicht über die Zeit. In Bern gehen die Zürcher Oberländer am Schluss sogar noch als Verlierer vom Platz.

„Wir waren in den entscheidenden Situation zu wenig clever.“ Mit dieser Analyse brachte es Uster-Coach Simon Meier nach dem Spiel auf den Punkt. Beispiele dazu gab es in den insgesamt 66:50 Spielminuten in den Sporthallen Weissenstein zuhauf. So etwa, als man sich in der elften Minute von Jonas Ledergerber und Hampus Dargren viel zu einfach zum 1:1 ausspielen liess, nur 36 Sekunden nachdem Romano Schubiger die Gäste mit einem wunderschön anzusehenden Hocheckschuss in Führung gebracht hatte. Die offensiv gefährlicher agierenden Zürcher Oberländer antworteten noch im ersten Drittel mit zwei weiteren Toren: Raphael Berweger erwischte Köniz-Keeper Lukas Genhart in der nahen Ecke und Oskar Henriksson krönte eine feine Einzelleistung beim zweiten Ustermer Überzahlspiel mit dem 3:1, 50 Sekunden vor dem Pausentee. Diesen genoss man allerdings nur mit einem Tor Vorsprung. Darüber, ob Dargrens Geschoss die Torlinie vor oder nach dem Einsetzen der Pausensirene überquert hatte, gingen die Meinungen zwischen den beiden Teams auseinander. Äusserst ärgerlich war jedoch, mit welcher Nonchalance man beim Versuch, mit dem Ball in den eigenen Reihen die letzten Sekunden ablaufen zu lassen, den Bernern überhaupt noch die Gelegenheit zu diesem Abschluss ermöglicht hatte. Jesper Johansson nahm das Geschenk dankend an und passte zu seinem Landsmann, der völlig unbedrängt abziehen konnte, weil sich einige Ustermer schon halb auf dem Weg zur Spielerbank befanden.

In der ersten Hälfte des zweiten Drittel boten sich den Zürcher Oberländern zahlreiche Chancen, das eigene Score zu erhöhen. Zwar gelangen Berweger nach einem schnellen Konter und Marco Klauenbösch auf einen feinen Pass von Florian Bolliger – dessen Bruder Silvan auf Könizer Seite beim ersten Spiel gegen seinen langjährigen Club einen eher diskreten Auftritt hinlegte – die Treffer vier und fünf für die Gäste, aber die nicht verwerteten Torchancen sollten sich noch rächen. Noch im Mitteldrittel verkürzte Köniz auf 3:5, und wieder sahen die Ustermer dabei alles andere als gut aus, weil man sich durch den von Yann Andrea Ruh schnell ausgeführten Freistoss auf den völlig frei vor Uster-Keeper David Holenstein stehenden Fabian Michel schlicht übertölpeln liess.

217 Sekunden benötigten die Berner im Schlussdrittel, um mit einem weiteren Treffer Michels und einem Tor von Stefan Hutzli das Spiel auszugleichen. Holenstein war es zu verdanken, führten die Könizer da nicht schon mit zwei Toren Vorsprung. Dies holten sie bis zu Beginn der 54. Minute nach: Als Mikulász Komárek wegen Stockschlags auf der Strafbank sass, verbuchte Dargren seinen dritten Treffer des Abends, und Köniz-Topscorer Jan Zaugg schloss einen Konter mit einem sehenswerten Tricktor souverän ab. Chapeau an den UHC Uster, dass man sich danach aber nochmals aufraffen konnte. Simon Meiers Worte während des Timeouts schienen insbesondere bei Simon Suter angekommen zu sein. Nach seinem Anschlusstreffer drei Minuten später war es wiederum der Hattrick-Scorer vom vergangenen Wochenende, der eine Minute vor Abpfiff den Ball tatsächlich noch zum 7:7 über die Linie stochern konnte.

Anders als im Spiel bei den Tigers blieb der Zusatzpunkt diesmal jedoch im Bernischen. Zwar konnte Thomas Aellig in der 65. Minute als letzter Mann bei einem 3:1-Konter noch entscheidend intervernieren, aber zweieinhalb Minuten später musste Holenstein einen Schuss Zauggs abprallen lassen; Hutzli reagierte am schnellsten und liess das Heimteam jubeln.

Nochmals Simon Meier: „Wir haben uns lange an den Gameplan gehalten, zeitweise besser gespielt, waren aber vor dem Tor wieder zuwenig effizient, um die drei Punkte mitzunehmen, wobei auch gesagt werden muss, dass im Vergleich zum Saisonstart eine klare Besserung auszumachen ist. Immerhin haben wir heute sieben Treffer erzielt, dem Gegner aber mit einigen falschen Entscheidungen im Spiel die Möglichkeit gegeben, uns trotzdem zu bezwingen. Das heute war eine Okay-Leistung von uns, um jedoch bei einem Team wie Floorball Köniz zu reüssieren, braucht es eine Top-Leistung.“

Floorball Köniz : UHC Uster 8:7 n.V. (2:3, 1:2, 4:2, 1:0)

Sporthallen Weissenstein, Bern. – 425 Zuschauer. – SR: Preisig/Schaffter. – Tore: 10. (9:27) Schubiger (T. Ledergerber) 0:1. 11. (10:03) Dargren (J. Ledergerber) 1:1. 15. Berweger (Hummer) 1:2. 20. (19:10) Henriksson (Berweger) 1:3. 20. (19:59) Dargren (Johansson) 2:3. 25. Berweger 2:4. 35. Klauenbösch (F. Bolliger) 2:5. 36. Michel (Ruh) 3:5. 42. Michel (Hutzli) 4:5. 44. Hutzli (Ruh) 5:5. 50. Dargren (Johansson) 6:5. 54. Zaugg (J. Ledergerber) 7:5. 57. Suter (Aellig) 7:6. 59. Suter (Henriksson) 7:7. 67. Hutzli (Zaugg) 8:7. – Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Köniz, 2 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein; F. Bolliger, Klauenbösch; Heierli, Steiger; T. Ledergerber, Aellig; Henriksson, Hummer, Berweger; Nideröst, Vitali, Juhola; Schubiger, Komárek, Suter; Tschopp; Scherrer, Kellermüller. – 43. Lattenschuss Dargren (Köniz). 54. Timeout Uster. 59. Timeout Köniz. Uster ohne Büsser (Ausland), Urner (verletzt). Best-Player UHC Uster: T. Ledergerber.