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Herren NLA

11.10.2018

Geduld, Effizienz und der Umweg über die Verlängerung

Im letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause zeigt Uster nochmals, warum es nach 6 Spielen in der oberen Tabellenhälfte steht. Leider gelingt das dem Team nur 55 Minuten lang. Kurz vor Schluss verspielt es unnötig seinen Drei-Tore-Vorsprung. Dank dem Treffer von Romano Schubiger in der Overtime bringen sie trotzdem zwei Punkte aus Chur nachhause. Mann des Spiels ist ohne Zweifel Captain Simon Suter. Sage und schreibe sechs der neun Ustermer Treffer gehen auf sein Konto.

Die Startminuten in Chur bieten gleich einiges an Spektakel. Uster versucht, das Spiel zu kontrollieren, doch Chur nutzt die Chancen zu Kontern geschickt, findet aber keinen Weg an Ustermers Schlussmann David Holenstein vorbei. Dieser bestätigt somit seine Wahl ins Team der letzten Runde mit einem starken Startdrittel. Nach 3 Minuten kann auch die erste Ustermer Linie zu einem Konter starten, und Niko Juhola spielt den freistehenden Simon Suter in der Mitte perfekt an – und einen Simon Suter muss man zurzeit nicht zwei Mal bitten, ein Tor zu erzielen. Der Churer Ausgleich lässt aber nicht lange auf Sich warten. Nur wenig mehr als eine Minute später ist das Spiel wieder ausgeglichen. Im weiteren Spielverlauf sind die Ustermer bemüht, das Spiel zu kontrollieren, und dafür werden sie mal für mal belohnt. Weitere zwei Mal können sie vorlegen, jedoch kann Chur jedes Mal wieder ausgleichen. 11 Sekunden vor Drittelsende wird Romano Schubiger regelwidrig gestoppt, und nur wenige Sekunden braucht das Ustermer Powerplay, um zum Erfolg zu kommen. Niko Juholas Schuss prallt vom Pfosten vors Tor und dort steht einmal mehr Simon Suter goldrichtig und drückt den Ball über die Linie zur vierten Ustermer Führung. 4:3 steht es für Uster zur Pause.

Das zweite Drittel startet mit einer höheren Intensität in den Zweikämpfen. Nach drei Minuten bietet sich Anjo Urner die Chance zum Konter. Er kann den Reflex zum Handspiel jedoch nicht unterdrücken und erhält dafür eine Zweiminutenstrafe. Dieses Powerplay nutzen die Churer. Topscorer Hirschi trifft zum 4:4-Ausgleichstreffer. Damit gelingt ihnen der zweite Treffer in Überzahl an diesem Abend. In der Folge gestaltet sich das Spiel ausgeglichen, jedoch erarbeiten sich die Churer die gefährlicheren Chancen. Uster zeigt aber über alle drei Linien eine solidarische Defensivleistung und in der Offensive seine Kaltblütigkeit. In der 34. Minute schliesst Simon Suter mit seinem vierten persönlichen Treffer an diesem Abend einen wunderschönen Konter ab. Timon Stäubli kann nur wenige Minuten später nachlegen. Eine weitere Strafe 2 Minuten vor Drittelsende gegen Marco Hurni ermöglicht den Churern den Anschlusstreffer. Unglücklich gelangt der Ball von einem Ustermer zu Paolo Riedi. Die Ustermer Antwort lässt aber nicht lange auf sich warten. Backhand verwertet Simon Suter den Abpraller des Churer Keepers Rytych zur 7:5-Führung.

Chur kommt mir leicht veränderten Linien und neuem Torhüter aus der Kabine. Uster versucht zu Beginn des letzten Drittels das Risiko im Spiel zu minimieren und die Kontrolle zu übernehmen. Eine weitere Strafe gegen Andrin Zellweger können die Ustermer verwerten. Wer sonst als Simon Suter trifft in der 46. Minute zum 8:5 für Uster. Zwei Minuten später fällt fast aus dem Nichts das sechste Tor für Chur. Ein zu wenig konsequenter Zweikampf im Halbfeld bringt Andreas Bürer in eine perfekte Abschlussposition. Chur versucht nun, mehr Druck zu machen und die Ustermer früher im Spielaufbau zu stören. Mit dem derzeitigen Selbstvertrauen können sich die Ustermer aber Mal für Mal aus der Umklammerung lösen. Ein Solo von Florian Bolliger von der eigenen Grundlinie bis fast vors gegnerische Tor können die Churer nur regelwidrig stoppen. Neben der dritten Zweiminutenstrafe erhält Andrin Zellweger auch noch eine 2+10-Minuten-Strafe wegen einer Unsportlichkeit. Diese bringt aber nicht die erhoffte Vorentscheidung für Uster, sondern einen Churer Shorthander zum 7:6-Anschlusstreffer. Die folgenden drei Minuten Überzahl spielen die Ustermer sehr kontrolliert weiter. Mit einem Tor Vorsprung bricht die letzte Minute an. Chur gelingt aber 27 Sekunden vor Schluss mit sechs Feldspielern tatsächlich noch der Ausgleich. Der Ball rutscht dabei unglücklich unter dem herausspringenden Holenstein durch.

Nachdem Chur 60 Minuten lang nie in Führung lag, müssen die Ustermer trotzdem den ärgerlichen Umweg über die Verlängerung gehen. In der Verlängerung scheinen bei Uster aber die Kraftreserven grösser. Über die ganzen 60 vorangegangen Minuten spielten sie mit 3 Linien. Romano Schubiger erlöst den Gast aus Uster dann nach 4 Minuten in der Verlängerung. Von der Grundlinie zieht er vors Tor und trifft genau in den Bügel.

Bei Captain Simon Suter sind die Gefühle nach dem Spiel dementsprechend auch gemischt. Ein Auswärtssieg in Chur und die sechs Tore gelingen einem nicht jeden Tag. Das Spiel in den letzten Minuten noch so aus der Hand gegeben zu haben, drückt jedoch ein wenig auf die Stimmung. Nach zwei intensiven Monaten freut sich der Captain nun auf zwei spielfreie Wochenenden. Am 27./28. Oktober gehts dann mit einer Heimdoppelrunde am Samstag gegen die Jets und am Sonntag im Cup gegen GC weiter.

 

Chur Unihockey : UHC Uster 8:9 n.V. (3:4, 2:3, 3:1, 0:1)

GWBZ Chur. – Zuschauer:  . – SR: Fässler/Schläpfer. – Tore: 3. Suter (Juhola) 0:1. 11. Kellermüller (Klauenbösch) 1:2. 15. Suter (Schubiger) 2:3. 20. Suter (Juhola) 3:4. 34. Suter (Juhola) 4:5. 36. Stäubli (Büsser) 4:6. 40. Suter (Juhola) 5:7. 46. Suter (Bolliger) 5:8. 64. Schubiger (Klauenbösch) 8:9. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Uster, 3 mal 2 Minuten und 1 mal 2+10 Minuten gegen Chur Unihockey. – UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Hurni; Heierli, Klauenbösch; Gallati; Savinainen, Juhola, Suter; Schubiger, Berweger, Urner; Kellermüller, Büsser, Stäubli; Brütsch, Schläpfer, Zeder. – 20. Pfostenschuss Juhola (Uster). 52. Pfostenschuss Riedi (Chur). 60. Timeout Chur Unihockey. Chur Unihockey ab 59:04 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Ledergerber, Kanebjörk, Steiger (verletzt) und Nideröst (krank).