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Herren NLA

21.01.2017

Jetzt muss es der Heimvorteil richten

Jetzt muss es der Heimvorteil richten

Ein „Worst-Case“-Auftakt zum drittletzten Qualiweekend für den UHC Uster. Während man selber beim Derby gegen die Grasshoppers in Zürich als Verlierer vom Feld musste, verbuchten die beiden direkten Playoffkonkurrenten Kloten-Bülach und Waldkirch-St. Gallen Auswärtssiege.

Natürlich ist die Favoritenrolle bei der Affiche Grasshopper-Club gegen UHC Uster schon allein aufgrund der Statistik vor dem Spiel jeweils klar verteilt. Natürlich liefen die Stadtzürcher am Samstagabend mit sechs aktuellen Schweizer Nationalspielern zum Derby in der Sporthalle Hardau in Zürich auf. Und natürlich durfte man von den Hoppers, die sich mit Alligator Malans noch um den zweiten Tabellenrang hinter Wiler-Ersigen balgen, keine Geschenke erwarten. Und obwohl man am Ende mit der 9:5-Niederlage knapp um die Schmach eines „Stängeli“ herumgekommen war, musste man in den Reihen der Zürcher Oberländer das Fazit ziehen, dass das Ganze auch ganz anders hätte laufen können.

Dass dies nicht der Fall war, hatte eine altbekannte Ursache: In den entscheidenden Phasen bringen die Spieler in den Ustermer Dresses den Ball trotz zahlreicher guter Möglichkeiten nicht im gegnerischen Tor unter. So auch an diesem Abend in der Hardau, wo es die Gäste waren, die das Heimteam in den ersten Spielminuten teilweise gehörig unter Druck setzte. Weder Nino Scherrer, Manuel Hummer noch Anjo Urner konnten bei ihren Abschlussversuchen jedoch daraus Profit schlagen. Und Pascal Meier, der Schweizer Nationalkeeper in den Diensten der Hoppers, dachte leider nicht daran, für einmal einen schlechteren Abend einzuziehen.

Die Stadtzürcher ihrerseits eröffneten mit ihrer ersten Grosschance das Score, nachdem die Ustermer Christoph Meier viel zu lange vor dem Tor hatten gewähren lassen, so dass er sich die Ecke aussuchen konnte. Es kam noch schlimmer: Zwar überstand man ein erstes Unterzahlspiel, als Anjo Urner wegen Bodenspiels auf der Strafbank sass, aber nur wenig später musste auch Romano Schubiger nach einem Stossen auf dieser Platz nehmen. Diesmal benötigte GC ganze 19 Sekunden, bis man in der Person von Luca Graf auf 2:0 erhöhen konnte. Drei Minuten vor Drittelsende kamen auch die Gäste nach einem Stockschlag Cyril Zollikers in den Genuss eines Überzahlspiels, das Markus Kulmala dann auch endlich für den ersten Ustermer Treffer nutzen konnte. Die Freude währte acht (!) Sekunden; dann sorgte wiederum Luca Graf mit einem schönen Direktschuss für den erneuten Zweitorevorsprung.

Im Mitteldrittel erhöhten die Grasshoppers die Kadenz ihres Spiels deutlich, was mit drei Treffern auch ebenso deutliche Folgen zeitigte. Die Ustermer ihrerseits waren nun weitaus weniger gefährlich vor dem Tor Meiers zugange und verzeichneten nur noch vereinzelte Torchancen, etwa durch Florian Hafner und Hummer, die jedoch weiterhin nicht verwertet wurden – bis anderthalb Minuten vor Drittelsende, als die Gäste mit einer „generationenübergreifenden“ Spielkombination ihren zweiten Treffer realisieren konnten. Routinier Thomas Aellig, selbst in Aschlussposition vor Pascal Meier, besass noch die Coolness, den Ball zu Juniorenspieler Schubiger rüberzuschieben, der unbedrängt einnetzen und bereits seinen dritten NLA-Treffer verbuchen konnte.

Dieses Erfolgserlebnis schien den Ustermern für das Schlussdrittel nochmals einen deutlichen Motivationsschub gegeben zu haben. Das von Coach Simon Meier vorerst auf zwei Linien konzentrierte Team übernahm nun das Kommando auf dem Spielfeld, kombinierte sich durch die blau-weissen Reihen und vermochte die Überlegenheit für einmal auch in Tore umzusetzen. Ex-Hopper Florian Bolliger auf Zuspiel von Bruder Silvan und nur zweieinhalb Minuten später Raphael Berweger mit einem äusserst sehenswerten Handgelenksweitschuss ins hohe Eck vermochten Pascal Meier zu bezwingen und ihre Farben bis zur 47. Minute wieder bis auf ein Tor heranzubringen.

Müssig zu werweissen, wie das Resultat herausgekommen wäre, hätten die Zürcher Oberländer in jener Phase noch den Ausgleich bewerkstelligt. Stattdessen machten Valentin Ladner und Christoph Meier mit einem Doppelschlag in Minute 55 für die Stadtzürcher aller klar. Der gleich anschliessende fünfte Ustermer Treffer durch Manuel Hummer blieb schliesslich Makulatur, weil Berweger kurz darauf seinen Schuss von Pascal Meier mirakulös pariert sah und Hafner nur die Latte traf. Der Schwede Emil Julkunen und der in Uster wohlbekannte Finne Niko Juhola sorgten in der 58. Minute dann noch für das zu hohe Schlussresultat von 9:5 für die Grasshoppers.

Direkte Folge dieser Niederlage ist, dass der UHC Uster in der Tabelle von den Kloten-Bülach Jets, die erwartungsgemäss aus Thun drei Punkte mit nach Hause nahmen, wieder vom neunten auf den zehnten Platz verdrängt wurden. Hinsichtlich der Playoffqualifikation noch schmerzvoller ist jedoch der eher überraschende Auswärtserfolg von Waldkirch-St. Gallen bei Chur Unihockey, womit die Ostschweizer auf dem begehrten achten Rang nun vier Runden vor Abschluss der Qualifikation fünf Punkte Vorsprung auf die Zürcher Oberländer haben. Diese können zwar ihr gesamtes Restprogramm in der heimischen Buchholz-Halle absolvieren, jedoch ist davon auszugehen, dass von den Spielen gegen Grünenmatt, Rychenberg Winterthur, Wiler-Ersigen und Alligator Malans mindestens deren drei, wenn nicht alle vier, gewonnen werden müssen, um das erklärte Saisonziel zu erreichen. Angesichts der Tatsache, dass am letzten Qualiwochenende die beiden derzeit topplatzierten Teams ihre Aufwartung machen werden, macht die Aufgabe zumindest nicht einfacher.

Grasshopper-Club Zürich – UHC Uster 9:5 (3:1, 2:1, 4:3)
Hardau, Zürich. – 424 Zuschauer. – SR: Scherrer/Zähnler.
– Tore: 9. Ch. Meier (Rüegger) 1:0. 16. Graf (Ch. Meier) 2:0. 18. (17:48) Kulmala (Hummer) 2:1. 18. (17:56) Graf (Ch. Meier) 3:1. 24. Pedolin (Kindler) 4:1. 33. Zolliker (Müller) 5:1. 39. Schubiger (Aellig) 5:2. 45. F. Bolliger (S. Bolliger) 5:3. 47. Berweger (S. Bolliger) 5:4. 55. (54:05) Ladner (Göldi) 6:4. 55. (54:46) Meier (Rüegger) 7:4. 56. (55:28) Hummer (Berweger) 7:5. 58. (57:18) Julkunen (Zürcher) 8:5. 58. (57:49) Juhola (Rüegger) 9:5.
– Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen GCZ, 2 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Tschopp; F. Bolliger, Gallati; Heierli, Steiger; Scherrer, Aellig; S. Bolliger, Berweger, Hummer; Henriksson, Kulmala, Urner; Schubiger, Hafner, Suter; Holenstein, Ledergerber, Nideröst, Diem. – 38. Pfostenschuss Pedolin (GCZ). 57. Lattenschuss Hafner (Uster).