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Herren NLA

18.02.2017

Klarer Taucher gegen den Leader

Gegen den SV Wiler-Ersigen gab es für den UHC Uster am Samstagabend im heimischen Buchholz trotz sechs Torerfolgen nichts zu bestellen. Der Sieg der Emmentaler war nie gefährdet. Mit der Niederlage gegen den Tabellenführer ist nun auch rechnerisch geklärt, dass die Zürcher Oberländer ab dem 4. März zum wiederholten Mal die Playouts bestreiten werden.

 

Die bereits als Qualisieger feststehenden Gäste machten schnell klar, dass sie gar nicht daran dachten, dem UHC Uster in dieser zweitletzten Spielrunde irgendwelche Geschenke zu verteilen und setzten die Zürcher Oberländer mit ihrer agressiven Spielweise bereits tief in deren Hälfte unter Druck. Schon nach zwei Minuten brachte Kevin Steffen mit seinem ersten von drei Treffern an diesem Abend seine Farben in Front; mit zusätzlich zwei Assists und zwei kleinen Strafen war der 26-Jährige klar der auffälligste Wiler Spieler dieser Partie. Die Emmentaler setzten nach, und Marco Louis und Ville Lastikka verpassten nur knapp das 2:0. Stattdessen gelang Topscorer Manuel Hummer in der zwölften Minute im Überzahlspiel der Ausgleich, während Steffen auf der Strafbank sass. Die Berner liessen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und nahmen das Ustermer Tor gleich wieder unter Dauerbeschuss. Nachdem Christoph Tschopp noch zweimal glänzend hatte parieren können, griff er beim Versuch, einen Querpass von Claudio Mutter auf Steffen abzufangen, daneben; letzterer konnte unbedrängt einnetzen. Wiederum erhielten die Zürcher Oberländer daraufhin die Gelegenheit, eine Strafe gegen Wiler-Ersigen zum erneuten Ausgleich zu nutzen, allerdings hatte Tschopp in diesen zwei Minuten mehr zu tun als sein Gegenüber Nicolas Wolf. In der letzten Minute vor der Pause liess sich die Ustermer Verteidigung dann von Lastikka und Torschütze Adrian Zimmermann gar zu leicht ausspielen und geriet mit zwei Treffern in Rückstand.

 

Genannter Zimmermann war es dann auch, der die Gäste mit dem ersten Abschlussversuch im zweiten Drittel mit 4:1 in Führung brachte. Zwei Sekunden nach Ablauf einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Oskar Henriksson baute Wiler-Topscorer Matthias Hofbauer den Vorsprung noch weiter aus. Nur knapp drei Minuten später konnte sein Ustermer Pendant Hummer eine Hereingabe von Florian Niederöst zum zweiten Treffer des Heimteams ins Netz lenken. Dadurch fühlten sich die Emmentaler sichtlich provoziert und besorgten Tschopp wieder eine Menge Arbeit, wobei er in der 34. Minute beim Anschluss des völlig freistehenden Daniel Sebek chancenlos blieb. Die Vorentscheidung in diesem Spiel fiel drei Minuten vor der letzten Pause, als sich die Gäste zu schnell durch die Zürcher Oberländer Hintermannschaft durchkombinierten und Patrick Mendelin ein Zuspiel von Hofbauer zum 7:2 verwertete. Da half auch nichts, dass Anjo Urner nach sehenswertem Direktspiel ausgehend von Henriksson über Silvan Bolliger nur 48 Sekunden später den dritten Ustermer Treffer markierte, weil Hummer danach 22 Sekunden vor dem Pausenpfiff nur den Pfosten traf.

Im Schlussdrittel war es an den Emmentalern, die Metallumrandung des Torgehäuses unter Beschuss zu nehmen: Innerhalb von knapp sechs Minuten verzeichneten sie nicht weniger als drei Lattentreffer. Nebenbei hatte Marco Schlüchter nach einem Freistoss allerdings auch noch auf 8:3 für Wiler erhöht. In den letzten zehn Spielminuten liessen die Gäste die Konzentration in der Defensive etwas schleifen, so dass Henriksson, Hummer und sechs Sekunden vor dem Schlusspfiff Fabian Steiger die nur gerade 213 anwesenden Zuschauern – minus den lautstarken Wiler Fantrupp – wenigstens noch über drei weitere Tore jubeln lassen konnten. Aber auch die Berner waren in dieser Phase durch Steven Dätwyler sowie Louis noch zwei Mal erfolgreich und machten das Stängeli voll.

Im Buchholz können nun bereits vor dem letzten Qualispiel am Sonntag gegen Alligator Malans die Rechenmaschinen endgültig beiseite gelegt werden. Der achte Tabellenrang und damit der letzte noch offene Platz in den Playoffs gehört nach ihrem Sieg gegen Waldkirch-St. Gallen mit ziemlicher Sicherheit den Kloten-Bülach Jets, ausser die Ostschweizer holen in der letzten Runde drei Punkte und 21 Tore gegen die Flughafenstädter auf. Die Ustermer ihrerseits werden als Zehntplatzierte definitiv wieder mit den Playouts Vorlieb nehmen müssen, die man immerhin mit Heimvorteil beginnen kann. Gegner wird der UHC Thun sein, was den Zürcher Oberländern wahrscheinlich sogar sympathischer sein dürfte, als eine Serie gegen den letztplatzierten UHC Grünenmatt, den man in beiden Qualispielen nicht hatte besiegen können. Gegen Thun resultierte am 1. Oktober 2016 auswärts ein 8:5 Sieg; im Rückspiel zu Hause vom 7. Januar behielt der UHC Uster mit 5:2 die Oberhand.

UHC Uster – SV Wiler-Ersigen 6:10 (1:3, 2:4, 3:3)
Buchholz, Uster. – 213 Zuschauer. – SR: L. Kronenberg/Ch. Kronenberg.
– Tore: 3. Steffen (Mutter) 0:1. 12. Hummer (F. Bolliger) 1:1. 16. Steffen (Mutter) 1:2. 20. Zimmermann (Lastikka) 1:3. 22. Zimmermann (Lastikka) 1:4. 29. M. Hofbauer (Steffen) 1:5. 32. Hummer (Nideröst) 2:5. 34. Sebek (Känzig) 2:6. 37. (36:56) Steffen (M. Hofbauer) 2:7. 38. (37:44) Urner (S. Bolliger) 3:7. 49. Schlüchter (Mutter) 3:8. 53. Henriksson (Urner) 4:8. 54. Dätwyler (Steffen) 4:9. 57. (56:58) Louis (Sesulka) 4:10. 58. (57:23) Hummer (Urner) 5:10. 60. Steiger (Urner) 6:10.
– Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Uster, 3 mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen. – UHC Uster: Tschopp; F. Bolliger, Steiger; Heierli, Scherrer; Ledergerber, Aellig; Nideröst, Kulmala, Hummer; Henriksson, Urner, S. Bolliger; Schubiger, Diem, Suter; Holenstein, Gallati, Büsser, Schläppi. – 40. Pfostenschuss Hummer. 45. Lattenschuss M. Hofbauer (Wiler). 46. Lattenschuss Meister Wiler). 51. Lattenschuss M. Hofbauer (Wiler). . UHC Uster ohne Berweger, Hafner (beide verletzt) und Kellermüller (U21).