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Herren NLA

14.01.2018

Mit Geduld zum Erfolg

Der UHC Uster gewinnt auswärts gegen den UHC Thun dank einer Willensleistung mit 5:4. Die Entscheidung in einem spannenden, phasenweise jedoch fahrigen Spiel fiel erst kurz vor Schluss.

Ausgerechnet Mikuláš Komárek, der zweifellos begabte, aber manchmal etwas unglücklich agierende tschechische Verstärkungsspieler, führte mit einer feinen Einzelleistung die Entscheidung herbei. Quasi als Abschiedsgeschenk – er kehrt im Anschluss an diese Partie nach einem Austauschsemester in der Schweiz zu Stammklub Tatran Strešovice zurück – ermöglichte Komárek dem UHC Uster damit drei eminent wichtige Punkte im Strichkampf. Sehenswert liess der Tscheche zwei Thuner an der Bande aussteigen und bediente dann den freistehenden Niko Juhola, der mühelos zum 5:4 vollstreckte – es war bereits der zweite Treffer des Finnen an diesem Abend. Nur etwas mehr als eine Minute davor hatte Suter mit einem Ablenker auf Pass von Juhola den vielumjubelten Ausgleich bewerkstelligt. Die Berner Oberländer vermochten sich von diesem doppelten Schock nicht mehr zu erholen. Die Ustermer, bis dahin meist mit einem Rückstand konfrontiert, spielten die verbleibenden zwei Minuten souverän zu Ende, ohne noch einmal ins Zittern zu geraten.

Unbeirrt trotz Rückstand
Im Vergleich zum Hinspiel, das Uster vor exakt drei Monaten noch mit 8:2 für sich entschied, traten die Thuner Gastgeber deutlich verbessert auf. Mit überraschenden Siegen gegen Teams wie Köniz und Chur hatten sie dazu auch in der Tabelle Boden gut gemacht und lagen vor der Partie nur noch drei Punkte hinter den Zürcher Gästen zurück. So bekam das Team von Trainer Simon Meier die Partie deshalb über weite Strecken nicht richtig unter Kontrolle. Zwar war es spätestens ab dem zweiten Drittel und dann vor allem im dritten optisch überlegen und hatte entschieden mehr Ballbesitz. Doch just als die Zürcher die Partie jeweils ausglichen, hielten die Thuner postwendend eine Antwort in Form der erneuten Führung bereit. Ledergerbers 2:2 konterte Thuns Kropf 46 später – Obi beantwortete Juholas 1:1 kurz vor der ersten Pause sogar nur 15 Sekunden später mit dem 2:1 aus Berner Sicht. So gesehen bewiesen die Zürcher Oberländer mit der späten Kehrtwende grosse Moral und zwangen das Glück für einmal auf ihre Seite.

Strafe als Knackpunkt
Sie steckten dabei auch einen Rückschlag weg, der sich durchaus zum Nackenschlag hätte entwickeln können. Just nämlich als Uster das Spiel im Mitteldrittel für eine längere Phase dominierte und auf den erneuten Ausgleich drückte, belegten die Schiedsrichterinnen Gabor Büsser für ein Gerangel vor Thun-Hüter Körner mit einem zumindest fragwürdigen Restausschluss – automatisch begleitet von einer Fünfminuten-Strafe. Doch statt sich vielleicht vorentscheidend zu distanzieren, bauten die Berner Uster mit einem uninspirierten Überzahlspiel wieder auf. Der stark aufspielende Henriksson nutzte dies gnadenlos aus und liess mit einem unwiderstehlichen Antritt gleich drei Thuner stehen, um dann überlegt auf den mitgelaufenen Klauenbösch abzulegen, der mühelos auf 3:3 stellte. Nach der überstandenen Unterzahl hatte die Zürcher Oberländer mehr vom Spiel, mussten sich aber bis kurz vor Schluss gedulden, ehe sie die Früchte dieser Arbeit ernten konnten.

Mit dem Sieg rücken die Ustermer auf Kosten von Chur (punktgleich auf dem zehnten Platz) auf Rang neun vor. Da beide Konkurrenten über dem Strich, WaSa und Zug, verloren, beträgt der Rückstand auf einen Playoff-Platz neu nur noch drei Punkte.

N.H.

Telegramm:
UHC Thun – UHC Uster 4:5 (2:1; 0:1; 2:3). –
MUR, Thun. – 263 Zuschauer. – SR: Wehinger/Zurbuchen. – Tore: 9. M. Fankhauser (Taurama; Ausschluss Urner) 1:0. 18. (17:03) Juhola (Büsser) 1:1. 18. (17:18) Obi (Kropf) 2:1. 22. (21:01) Ledergerber (Urner) 2:2. 22. (22:47) Kropf 3:2. 30. Klauenbösch (Henriksson; Ausschluss Büsser!) 3:3. 48. Obi (Kropf) 4:3. 57. Suter (Juhola) 4:4. 58. Juhola (Komarek) 4:5.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Thun. 1mal 2 Minuten und 1mal 5 Minuten (Matchstrafe III, Büsser) gegen Uster.
– Uster: Tschopp; Henriksson, Klauenbösch; Ledergerber, Bolliger; Heierli, Aellig; Schubiger, Berweger, Hummer; Komárek, Urner, Suter; Nideröst, Juhola, Büsser; Holenstein, Kellermüller, Klöti, Vitale, Steiger. Bemerkungen: 30. Timeout Thun. Körner (Thun) und Henriksson (Uster) als beste Spieler ausgezeichnet.