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Herren NLA

14.11.2015

Mitreissende Aufholjagd bleibt unbelohnt

Mitreissende Aufholjagd bleibt unbelohnt

Auswärts gegen die Tigers Langnau verliert der UHC Uster mit 8:7. Ein schwaches erstes Drittel bedeutet letztlich eine zu grosse Hypothek. 

Lange Zeit plätscherte das Spiel in der Espace-Arena im letzten Drittel vor sich hin und die Langnauer Gastgeber schienen kräfteschonend auf einen ungefährdeten Kantersieg hinzusteuern. Manche sprachen gar bereits von Kraft sparen für die sonntäglichen Cup-Partien, als bei Uster plötzlich der Knoten platzte und Tore wie reife Früchte vom Baum fielen. Innert zwei Minuten nämlich verkürzten zwei Mal Bolliger und einmal Raths mit seinem ersten Meisterschaftstreffer im Uster-Dress den Rückstand um drei Längen auf 8:6. Damit brach eine spannende Schlussphase an, in der Uster allerdings trotz hohem Pressing nur noch den Anschlusstreffer durch Kulmala (59.) zu realisieren vermochte. Langnau seinerseits vergab auf teilweise haarsträubende Weise Möglichkeiten zu einer früheren Entscheidung.

Kaum jemand hätte allerdings in der ersten Drittelspause damit gerechnet, dass Zürcher Oberländer den Gastgeber nochmals gehörig ins Schwitzen bringen würde. Zu verunsichert und offensiv harmlos trat das Team von Pascal Sigg auf, nachdem es mit einer Fehler-Orgie die Langnauer in fünf schwarzen Minuten zu vier einfachen Toren einlud. Sigg sah sich deshalb bereits in der 13. Minute beim Stand von 5:1 gezwungen, sein Timeout zu nehmen und seinen Schützlingen ins Gewissen zu reden. Der Ustermer Trainer zeigte sich nach dem Spiel von der Darbietung seiner Spieler enttäuscht: „Wir waren einmal mehr zu Beginn mental nicht bereit und zu bequem mit uns selbst. Das war ein Punkt den wir eigentlich überwunden geglaubt hatten.“

Nach der Auszeit fing sich seine Mannschaft, ging sorgfältiger mit dem Ball um und hatte zumindest optisch mehr vom Spiel, so dass die Langnauer Viertore-Führung spätestens zum Beginn des zweiten Abschnitts nicht mehr dem Spielgeschehen entsprach. Denn Uster kam stark aus der Kabine, setzte den Gegner früh unter Druck und kam so zu zahlreichen Chancen, belohnte sich aber mit dem 5:2 durch einen schönen Drehschuss Kulmalas nur ungenügend. So markierte die Langnauer Antwort in Überzahl (35.) erzielt durch seinen finnischen Landsmann und Ligatopskorer Pylsy die nächste Zäsur. Zweimal Brechbühl profitierte nämlich von der wieder höheren Ustermer Fehlerquote und baute den Langnauer Vorsprung auf 8:3 – eine Hypothek, die sich letztlich als zu gross erwies.

Für das morgige Cupspiel gegen GC im heimischen Buchholz (Anpfiff 20:00 Uhr) sollte Uster am Gezeigten im letzten Drittel anknüpfen. Da zeigten die Oberländer nämlich, dass sie „sich spielerisch weiterentwickelt haben und mit allen Teams dieser Liga mithalten können“, wie es Trainer Sigg formulierte.

 

Telegramm:
Tigers Langnau – UHC Uster 8:7 (5:1, 3:2, 0:4)
Espace-Arena, Biglen. 245 Zuschauer. SR Baumgartner/Kläsi.

Tore: 1. Gfeller (Mäkipää) 1:0. 6. Järvinen (Kajoksinen) 1:1. 7. Krähenbühl (Langenegger) 2:1. 9. Mosimann (Flükiger) 3:1. 12. Mosimann (Schlüchter) 4:1. 12. Brechbühl (Pylsy) 5:1. 26. Kulmala (Baumann) 5:2. 35. Pylsy (Mäkipää; Ausschluss Järvinen) 6:2. 37. Brechbühl (Krähenbühl) 7:2. 39. Brechbühl $(Pylsy) 8:2. 40. Baumann (Thöny) 8:3. 50. Bolliger (Urner) 8:4. 52. Raths (Hafner) 8:5. 52. Bolliger (Urner) 8:6. 59. Kulmala (Bolliger) 8:7. – Strafen: keine Strafen gegen Langnau. 1mal 2 Minuten gegen UHC Uster.

UHC Uster: Tschopp; Zürcher, Gallati; Järvinen, Baumann; Zürcher; Bolliger, Kulmala, Urner; Zeder, Kajoksinen, Hafner; Nideröst, Thöny, Hummer; Weber, Schläppi, Raths, Büsser, Schaufelberger, Scherrer. – Bemerkungen: 13. Timeout Uster, Uster ab 58. bei Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Aellig (Auslandaufenthalt) und Frischknecht (nicht im Aufgebot). Bestplayer Langnau: Brechbühl; Bestplayer Uster: Bolliger.

 

Zusammenfassung von Swiss Sport TV