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Herren NLA

20.02.2016

NLA: Ein gutes Drittel reicht nicht

NLA: Ein gutes Drittel reicht nicht

Das Vorhaben, mit einer guten Leistung zum Abschluss der Qualifikation gegen die Grasshoppers Selbstvertrauen für die kommenden Playout-Fights gegen Waldkirch-St. Gallen zu tanken, ging für den UHC Uster tüchtig in die Hose. Gegen die Stadtzürcher setzte es nach einem desolaten ersten und letzten Drittel eine 11:4-Niederlage ab.

Sollte sich unter den 308 Zuschauern in der Sporthalle Hardau ein Spion des UHC Waldkirch-St. Gallen befunden haben, so wird er seinem Team zu Hause keine allzu heftigen Schauermärchen über den kommenden Playout-Gegner erzählen. Uster-Trainer Pascal Sigg sah sich schon in der 16. Spielminute zu seinem Timeout gezwungen, um seinen Mannen intensiv ins Gewissen zu reden. Zu diesem Zeitpunkt führten die Hoppers nach einem Hattrick von Kim Nilsson und dem Tor von Nico Cavelti bereits mit 4:0. Der erste Treffer des schwedischen Nationalspielers war in Wirklichkeit allerdings ein Eigentor von Thomas Aellig, der einen Querpass des GC-Topscorers zwischen Webers Beinen hindurch abgelenkt hatte. Ein Missgeschick übrigens, das seinem Teamkollegen Severin Baumann im letzten Drittel genauso widerfahren sollte.

Mit Glück hatte der frühe grosse Vorsprung der Hoppers aber relativ wenig zu tun. Die Blau-Weissen nutzten schlicht die Ungenauigkeiten der Ustermer in der Vorwärtsbewegung gnadenlos aus. Gegen die schnell und präzis ausgeführten Konter hatte die Zürcher Oberländer Defensive und am allerwenigsten der bedauernswerte, zu oft alleine gelassene Torhüter Patrick Weber, der an diesem Abend anstelle von Christoph Tschopp zum Zug kam, etwas entgegenzusetzen. Captain Anjo Urner erklärte diese Schwierigkeiten in der Angriffsauslösung mit den neuen Linienzusammensetzungen der nur mit 15 Feldspielern angereisten Ustermern.

Das Timeout zeigte jedoch vorerst Wirkung. Noch vor dem Pausentee verwertete Manuel Hummer einen wunderbaren Querpass von Markus Kulmala zum ersten Treffer der Gäste. Die beste Phase hatten die Ustermer im zweiten Drittel, das sogar gewonnen werden konnte. Zuerst überlistete Florian Hafner GC-Torhüter Pascal Meier mit einer schnellen Drehung. Und nur 49 Sekunden nach dem fünften Tor der Hoppers hämmerte Urner einen Weitschuss ins gegnerische Netz. Seinen Anteil am erfolgreichen Mitteldrittel hatte auch Torhüter Weber, der in einer zweiminütigen Unterzahl mit einer Riesenparade den sechsten GC-Treffer – vorerst – verhinderte. Kurz vor Drittelsende hatte Kulmala sogar noch den Anschlusstreffer auf der Schaufel.

Indiskutabel aus Zürcher Oberländer Sicht war die Leistung im letzten Spielabschnitt, in dem das Team wieder ins Fahrwasser des Spielbeginns geriet und den Gegner schalten und walten liessen, wie es diesem beliebte. Die Ustermer Defensive wurde am laufenden Band ausgespielt, und die Stadtzürcher hätten gut und gerne noch mehr als die sechs Treffer unterbringen können, die sie letztendlich in den letzten 20 Minuten im Netz der Gäste versenkten. Mit drei Assists war übrigens auch der ehemalige Ustermer Florian Bolliger aktiv an der Kanterniederlage seiner früheren Kollegen beteiligt. Die beiden Sturmlinien-Kollegen seines Bruders Silvan, Hummer und Kulmala, waren derweil in der 47. Minute für den einzigen Ustermer Höhepunkt im letzten Drittel besorgt, als sie für einmal einen Konter à la Grasshoppers erfolgreich abschliessen konnten. Der Finne verwertete den wunderbar getimten Querpass des Topscorers zum zwischenzeitlichen 7:4. Danach hatten die Zürcher Oberländer aber gar nichts mehr zu melden, liessen sich in der Defensive von den Stadtzürchern auseinandernehmen und fielen einzig noch durch unnötige, aus Frustbewältigung entstandene Strafen auf.

Der positivste Punkt dieses Samstagabends war, dass Waldkirch-St. Gallen gegen Wiler-Ersigen ebenfalls den Kürzeren zog (5:8) und die Ustermer damit mit Heimvorteil in die Playout-Serie gegen die Ostschweizer starten werden. Ebenso positiv dürfte sein, dass dem Trainergespann um Pascal Sigg jetzt noch eine ganze Woche zur Verfügung steht, um das Team auf diese wichtige Auseinandersetzung vorzubereiten. Neben einer Stabilisierung der Defensive dürfte auch die Offensive ein Thema sein, bei der derzeit allzuviel von der Ausbeute des Duos Hummer und Kulmala abhängt.

Bericht: P.W.
 

Telegramm:
Grasshopper-Club Zürich – UHC Uster 11:4 (4:1, 1:2, 6:1)
Hardau, Zürich. 308 Zuschauer.
SR: Baumgartner/Fässler

Tore: 9. Nilsson (Göldi) 1:0. 14. Nilsson (Zürcher) 2:0. 16. Nilsson (F. Bolliger) 3:0. 16. Cavelti (Göldi) 4:0. 20. Hummer (Kulmala) 4:1. 28. Hafner (Scherrer) 4:2. 32. (31:28) Rüegger (Ch. Meier) 5:2. 33. (32:17) Urner (Zeder) 5:3. 42. Nilsson (F. Bolliger) 6:3. 45. Scalvinoni (Ch. Meier) 7:3. 47. Kulmala (Hummer) 7:4. 47. M. Zürcher (F. Bolliger) 8:4. 51. Rüegger (Nilsson) 9:4. 55. Eigentor Baumann 10:4. 57. Scalvinoni (Rüegger) 11:4.

Strafen: je 4 x 2 Min

UHC Uster: Weber; Schläppi, Baumann; Klauenbösch, Aellig; E. Zürcher, Schaufelberger; S. Bolliger, Kulmala, Hummer; Gallati, Zeder, Urner; Scherrer, Hafner, Büsser; Tschopp.

Bemerkungen: 12. Pfostenschuss GC Zürich. 16. Timeout Uster. 37. Pfostenschuss GC Zürich. 47. Lattenschuss Büsser (Uster). 51. Weber (Uster) hält Penalty von Trüssel. 52. P. Meier (GC Zürich) hält Penalty von Kulmala. Uster von 54:45 bis 55:05 und von 56:21 bis 56:50 ohne Torhüter.