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Herren NLA

19.02.2017

NLA tankt für die Playouts eine zünftige Portion Moral

"Die Vollgastruppe aus der Bündner Herrschaft ist hungrig auf Titel." betitelte Damian Keller, Chefredaktor von Unihockey.ch, die Bündner im Ustermer Vereinsmagazin. Umso überraschender kann Malans gegen den UHC Uster nur wenige Akzente setzen. Uster gewinnt verdient – ebenfalls mit Vollgas gegen die Alligatoren mit 9:5.

Die Favoritenrolle dürfte wie schon gegen Wiler-Ersigen klar bei den Gästen liegen. In dem Spiel geht es aber nicht mehr um viel. Uster ist definitiv in den Playouts, die Playout-Paarungen sind bereits bekannt und die Büdner sind definitiv in den Playoffs. Zwar könnten die Bündner mit dem Spiel noch direkt auf den Playoff-Gegner Einfluss nehmen. Sonderlich attraktiv ist diese Wahl aber nicht: Gegen Chur Unihockey ein Derby, gegen die bissigen Tigers Langnau oder gegen die motivierten Floorballer aus Köniz? Den Ustermern ist es egal. Wichtig ist, dass man mit positiven Emotionen in die Playouts startet. Mit einem Momentum im Rücken fällt die Aufgabe „Playouts“ deutlich einfacher. Helfen dabei dürfe die Abwesenheit von den Malanser Spielern Tim Braillard, Jarkko Nurmela, Claudio Laely. Von der Bank aus verfolgt der Ex-Nati-Goalie Martin Hitz die Partie als Backup-Goalie. Dennoch erwartet die Zuschauer ein heisses Duell mit offensivem Unihockey.

Beide Teams starten engagiert ins Spiel. Die Zuschauer sehen von der ersten Minute Weg ein Offensiv-Spektakel und schnelles Spiel auf beiden Seiten. Der Volketswiler Remo Gallati schiesst das erste Tor für die Ustermer auf Pass vom Davoser Fabian Steiger. In der 8. Minute gelingt dann dem Traumpassduo Hummer-Kulmala das zweite Ustermer Tor. Die Bündner haben mit dem offensiven aufsässigen Spiel der Zürcher ihre liebe Mühe. Zwar können auf beiden Seiten viele Chancen generiert werden, doch die schlechte Chancenauswertung der Bündner und der Ex-Alligator David Holenstein im Ustermer Tor lassen die mitgereisten Malanser Fans bis in die 11. Minute auf einen ersten Erfolg warten: Christian Gartmann auf Pass von Nino Vetsch bringt die Bündner zurück ins Spiel. "Bügel oder nüt" sagte sich Florian Nideröst zwei Minuten später und trifft mit einem scharfen satten Schuss ins Eck. Die spätere Zwei-Minuten-Strafe von Basile Diem übersteht der UHC Uster zwar schadlos, doch Florian Trommel gelingt 40 Sekunden vor Schluss noch der 3:2-Anschlusstreffer im Startdrittel.

Die Pause tat den Alligatoren sichtlich gut und sie starten besser ins Mittel- als ins Startdrittel. Wieder trifft Florian Trommel auf Pass von Remo Buchli zum Ausgleich. Kippt nun das Spiel? Bei nichten. Erst trifft Anjo Urner auf Pass von Silvan Bolliger und in einer Zwei-Minuten-Strafe geben sich erneut Hummer-Kulmala die Ehre. Unzufrieden mit dem neuen Spielstand von 5:3 nimmt die Bündner Bank ein Timeout. Mit einer unnötigen Strafe von Patrik Künzli an Gabor Büsser tilgt Malans aber ihr Vorhaben das Spiel entscheiden zu drehen: Der Gefoulte führt den Penalty in Eishockey-Manier mit Anlauf sowie grossem Zug aufs Tor aus und bringt die Zürcher Oberländer mit 6:3 in Führung. Zwar verwertet Malans auch das zweite Überzahlspiel nicht, doch nur zwei Minuten später beschwichtigt Remo Buchli mit seinem 3. Scorerpunkt die mitgereisten Fans.

Nach den ersten 5 Minuten im Schlussdrittel ermöglicht es Jo Bärtschi mit einer Strafe den Gastgebern die Führung gar weiter auszubauen. So kommt es dann auch: Der schwedische Center Oskar Henriksson trifft im Powerplay aus zentraler Position vor dem Tor auf Pass vom Finnen Markus Kulmala. Zwei Minuten später treffen die Alligatoren aus dem Büdnerland nochmals, doch mit zwei weiteren Toren von Gabor Büsser und Florian Nideröst erübrigt sich für die Gäste auch das Spiel mit einem 6. Feldspieler. Uster gewinnt verdient mit 9:5 gegen Malans.

Die Bestplayerwahl fällt leicht: Florian Tromm mit seinen beiden wichtigen Toren zum 3:2 und 3:3 sowie dem Assist zum 7:5 machen die Wahl leicht. Auf der Seite des Heimteams kann Hexer David Holenstein mit einigen Big Saves überzeugen.

Für die Bündner geht es nun in die Playoffs. Wegen des verlorenen Spiels spielt Malans nun ein Derby gegen Chur. Da klingeln die Geldbeutel im Bünderland. Aufgrund des knappen Spiels von GC gegen die Jets (die Jets zwingen die Stadtzürcher in die Verlängerung) findet die letzte Super-Final-Paarung GC-Köniz diese Saison schon im Viertelfinal statt - wer hätte das zum Saisonstart gedacht? Uster erspielt sich total 22 Punkte. Für einen Playoffplatz hätten dieses Jahr 27 Punkte gereicht. Hier kommen die verlorenen 10 Punkte gegen ein aufsässiges defensives Grünenmatt und WaSa wieder zum Tragen. Nun trifft Uster in den Playouts auf den "bequemeren" Gegner Thun. Die Züricher Oberländer starten bei dieser Paarung wohl etwas gelöster in die Playouts.

UHC Uster - UHC Alligator Malans 9:5 (3:2, 3:2, 3:1)
Buchholz, Uster. 152 Zuschauer. SR Hürzeler/Peter.
Tore: R. Gallati (F. Steiger) 1:0. 8. M. Kulmala (M. Hummer) 2:0. 11. N. Vetsch (C. Gartmann) 2:1. 13. F. Nideröst 3:1. 20. F. Tromm (R. Buchli) 3:2. 24. F. Tromm (R. Buchli) 3:3. 26. A. Urner (S. Bolliger) 4:3. 28. M. Hummer (M. Kulmala) 5:3. 32. G. Büsser 6:3. 36. R. Buchli (P. Vetsch) 6:4. 46. O. Henriksson (M. Kulmala) 7:4. 47. P. Vetsch (F. Tromm) 7:5. 48. G. Büsser (S. Bolliger) 8:5. 51. F. Nideröst 9:5.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen UHC Uster. 3mal 2 Minuten gegen UHC Alligator Malans.