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Vereinsmitteilung

13.04.2015

So funktioniert Politik

So funktioniert Politik

Die Ustermer Unihockeyaner bildeten sich am Montagabend weiter. Sie erhielten besten Anschauungsunterricht wie das politische System der Schweiz funktioniert. Am Schluss beschloss der Ustermer Gemeinderat die temporäre Dreifachhalle zu bauen.

Was haben Heimspiele des UHC Usters und Sitzungen des Ustermer Gemeinderats gemeinsam? Normalerweise geniessen beide Veranstaltungen nur mässigen Zuspruch beim Ustermer Publikum. Doch nicht so am Montagabend - denn die Tribüne im Gemeinderatssaal war zum Bersten voll. Der UHC Uster belegte mit einem ansehnlichen Teil seiner Mannschaften eine Mehrheit der Zuschauerränge. Die Ustermer Legislative behandelte ein Geschäft, welches eine direkte Auswirkung auf den Trainings- und Spielbetrieb für den Verein hat. 

Mit dem Bau der Kantonsschule Uster vom 2016-2019 wird auch die Dreifachturnhalle beim Bildungszentrum renoviert und dem Neubau angegliedert. Während der Bauzeit steht somit die heutige Halle in der Berufsschule nicht zur Verfügung. Dass für Schulen und Vereine daher eine Ersatzlösung gefunden werden müsse, stand eigentlich ausser Frage. Stadträtin Esther Rickenbacher vertrat das Geschäft mit grosser Verve, setzte sich engagiert für den Bau der temporären Dreifachhalle ein. 

Auch wenn die Ustermer Unihockeyaner sich ganz gerne ab und zu auch auf eine Diskussion einlassen - besonders seien hier die hitzigen Debatten mit den Schiedsrichtern erwähnt - dürfte ihnen die Behandlung des Traktandums 5 dann doch etwas lang vorgekommen sein. Zu beachten, dass die Vertreter aus allen Lagern trotz unterschiedlichen Meinungen aber die Manieren stets behielten. So sprachen die Politiker ihr Gegenüber mit "Herr Präsident" an und verzichteten vollständig auf den in Sportkreisen geläufigen Trash-Talk.

Nach längerer Debatte, die einigen der Unihockeyaner als besten Anschauungsunterricht lokaler Politik gedient haben dürfte, schritt man zur Abstimmung. Mit 27 zu 3 fiel das Resultat deutlich höher aus, als an den meisten Unihockeyspielen. Mit langem Applaus verdankten die Unihockeyaner die Zustimmung des Gemeinderats. Der Ratspräsident vermerkte denn auch, dass es doch eine schöne Sache sei, wenn eine Abstimmung so viel positive Resonanz erzeuge. Auf die übliche La-ola-Welle verzichtete das Parlament dann aber doch.  

Gerüchteweise soll der Gemeinde- und Stadtrat einen Gegenbesuch an einem Unihockeyspiel planen. Wie und ob sich die Unihockeyspieler dann erkenntlich zeigen werden, ist noch nicht bekannt.