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Herren NLA

23.09.2017

Taucher gegen den Aufsteiger

Obwohl er im letzten Drittel gegen Zug United einen Dreitorerückstand hatte wettmachen können, trat der UHC Uster am späten Samstagabend ohne Punkte die Rückreise zurück ins Zürcher Oberland an. Der Aufsteiger unterstrich seine Ambitionen, in dieser Saison nicht nur den direkten Wiederabstieg vermeiden, sondern gleich um die Playoffplätze mitspielen zu wollen.

„Gemäss den Vorschauen ein Vergleich zweier direkter Konkurrenten auf Augenhöhe“, stand im Matchprogramm von Zug United für das Heimspiel gegen den UHC Uster geschrieben. Genauso liess sich das Spiel in der Anfangsphase denn auch an. Kein Team vermochte sich wirklich ein Übergewicht auf dem Feld zu erarbeiten, so dass sich eine ausgeglichene Partie entwickelte. Bis gut zehn Minuten vor dem Ende war das auch der Spielstand, doch in der entscheidenden Schlussphase raubten sich die erstmals in dieser Saison in Vollbestand angetretenen Ustermer mit Strafen selbst ihrer Chancen, als Sieger aus diesem Spiel zu gehen, wobei man auf Zürcher Oberländer Seite mit den Entscheidungen des Schiedsrichterduos bisweilen nicht ganz einverstanden war.

Vier Minuten nachdem der Zuger Tassio Suter mit einem trockenen, ansatzlos abgegeben Schuss das Score eröffnet hatte, schloss der erstmals in dieser Spielzeit aufgelaufene Manuel Hummer eine sehenswerte, von Oskar Henriksson ausgehende und über Niko Juhola führende Kombination zum Ausgleich ab. Nach einem Vorstoss von Anjo Urner auf der linken Seite und dessen präzisen Querpass auf Mikuláš Komárek schoss der tschechische Gastspieler die Zürcher Oberländer gar in Führung. Diese konnte man jedoch nicht mit in die Pause nehmen, ganz im Gegenteil. Mit zwei Toren von Sandro Poletti in der letzten Minute des Startdrittels hatten nach den ersten 20 Minuten die Zuger die Nase vorn. Das 2:2 fiel im ersten von sieben Überzahlspielen dieses Abends, als Florian Nideröst wegen übertriebenem Körpereinsatz auf der Strafbank sass.

Obwohl man zweimal in Überzahl agieren konnte, blieb den Ustermern im Mitteldrittel ein weiterer Treffer verwehrt, weil sich Zug-Goalie Petter Nilsson von den zumeist aus einiger Entfernung abgegeben Schüssen der Gäste relativ unbeeindruckt zeigte. Insbesondere Hummer und Juhola scheiterten mehrmals am Heimgoalie. Einen Ablenker von Romano Schubiger direkt vor dem Tor fischte der Schwede spektakulär aus dem rechten hohen Eck; nur drei Minuten später verhinderte David Holenstein mit einer ebenso sehenswerten Aktion den vierten Innerschweizer Treffer. Das der Ustermer Keeper vor dem zweiten Pausentee trotzdem noch einmal hinter sich greifen musste, lag an einer feinen Einzelleistung von Billy Nilsson nur fünf Sekunden nachdem eine Strafe gegen dessen Ustermer Topscorer-Pendant Simon Suter wegen Stockschlags abgelaufen war.

Mit umgestellten Linien nahmen die Zürcher Oberländer im Schlussdrittel das Projekt Aufholjagd in Angriff, das mit dem schnellen 5:2 des dritten Zuger Schweden Markus Thunvall nach einem Bilderbuchkonter gleich mal einen heftigen Rückschlag erlitt. Dann aber folgten die imposanten vier Ustermer Spielminuten, in denen die Gäste bewiesen, dass auch sie das Toreschiessen beherrschen. Die lehrbuchmässig herausgespielten Treffer von Nideröst, Andrea Vitali und Romano Schubiger glichen sich wie ein Ei dem anderen, indem die Torschützen jeweils von der linken Angriffseite in zentraler Position vor dem gegnerischen Gehäuse bedient wurden und mit direktem Abschluss den Ball in die Maschen setzten. Leider vermochte man das Momentum nach dem Ausgleich nicht weiter zu nutzen, sondern musste nur knapp zweieinhalb Minuten später den erneuten Zuger Führungstreffer einstecken. Der an diesem Abend stark aufspielende Thomas Grüter hatte, obwohl er von zwei Ustermer Spielern markiert war, den Ball ins Netz lenken können. Wiederum Grüter war es, der nur wenig später ein auf einen Stockschlag Henrikssons folgendes Powerplay erfolgreich zum 7:5 abschliessen konnte.

Anstatt einer Schlussoffensive mussten sich die Zürcher Oberländer in der Folge wegen Strafen gegen Marco Klauenbösch und Nino Scherrer weiter dem, teilweise doppelten, Unterzahlspiel widmen. Erst als die Ustermer und eine Minute vor dem Abpfiff wieder in Vollbestand waren, hatte Coach Simon Meier die Möglichkeit, sein Team mit einem Timeout auf einen letzten Ansturm auf das Tor von Petter Nilsson einzuschwören. Nur drei Sekunden nach Wiederaufnahme des Spiels war dies jedoch schon wieder Makulatur, weil Grüter Holenstein mit einem schönen Move ausgespielt und seinen lupenreinen Hattrick ins Trockene gebracht hatte.

Zug United - UHC Uster 8:5 (3:2, 1:0, 4:3)
Stadthalle Zug (Herti), Zug. – 258 Zuschauer. – SR Schüpbach/Studer. – Tore: 5. T. Suter (Menon) 1:0. 8. Hummer (Juhola) 1:1. 16. Komárek (Urner) 1:2. 20. (19:03) Poletti (Staub) 2:2. 20. (19:16) Poletti (B. Nilsson) 3:2. 39. B. Nilsson (Grüter) 4:2. 42. (41:32) Thunvall (Koutny) 5:2. 43. (42:27) Nideröst (Urner) 5:3. 44. Vitali (Bolliger) 5:4. 47. Schubiger (Henriksson) 5:5. 49. Grüter (B. Nilsson) 6:5. 53. Grüter (Staub) 7:5. 59. Grüter (Poletti) 8:5. – Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Zug, 5 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein; Klauenbösch, Scherrer; Ledergerber, Steiger; Aellig, Bolliger; Henriksson, Juhola, Hummer; Schubiger, Berweger, S. Suter; Nideröst, Komárek, Urner; Brütsch, Vitali, Heierli, Kellermüller. – 57. Timeout Zug. 59. Timeout Uster. Uster von 58:56 bis 60:00 ohne Goalie.