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Herren NLA

21.10.2017

Toller Ustermer Auftritt bleibt unbelohnt

Der UHC Uster bringt den aktuellen Vizemeister Alligator Malans an den Rand einer Niederlage, steht aber nach dem Schlusspfiff mit leeren Händen da. Mit einem Doppelschlag in den letzten zwei Minuten holen sich die Bündner doch noch den Sieg.

Als Manuel Hummer nach nur 14 Sekunden im zweiten Drittel ein präzises Zuspiel von Captain Raphael Berweger an Malans-Torhüter Yannick Vogt vorbei zum 4:0 ins Tor schob, da mochte man wirklich glauben, dass es diesmal auch gegen einen der „Big Ones“ der NLA reichen könnte. Das lag insbesondere auch am Auftritt der Zürcher Oberländer im Startabschnitt, das man mit 3:0 für sich hatte entscheiden können. Das gewonnene Selbstvertrauen der Gäste nach den beiden Siegen vom vergangenen Wochenende gegen Chur und Thun war nahezu greifbar. Direkter Zug aufs gegnerische Tor und möglichst schnelle Abschlussversuche kennzeichneten das Ustermer Spiel in den ersten 20 Minuten. Die Alligatoren schienen ob des Auftritts ihres Gegners sichtlich überrascht. Für die Triplette im ersten Drittel zeichneten Thomas Aellig mit einem Abstauber, Simon Suter im Überzahlspiel und Berweger nach einem schnellen Konter verantwortlich.

Nach dem vierten Gegentreffer erhöhten die Bündner den Druck und schnürten die Ustermer teilweise in deren Spielhälfte ein. Resultatmässig äusserte sich dies vorerst aber nur durch den Anschlusstreffer des Schweden Marco Daniel Karlander in der 23. Minute. Die Malanser verzeichneten im Mitteldrittel ein klares Chancenplus, sündigten jedoch wie noch selten gesehen im Abschluss. Sogar einen Konter mit fünf gegen (!) einen Spieler vergaben die Alligatoren kläglich. So gesehen konnten sich die Ustermer glücklich schätzen, dass das Heimteam bis zur 38. Minute nur noch zwei weitere Treffer durch Jarkko Nurmela und Tim Braillard zuwege brachte; letzterer nutzte ein Überzahlspiel, als Manuel Hummer wegen überhartem Körpereinsatz eine Zweiminutenstrafe absass. Die Malanser behielten ihre offensive Spielweise auch bei, als sie in der Schlussphase vor dem Pausenpfiff wegen einer Strafe gegen Karlander mit einem Mann weniger auf dem Feld standen, und wurden dabei von Oskar Henriksson und Niko Juhola schulbuchmässig ausgekontert, so dass der UHC Uster mit einem Zweitorevorsprung ins Schlussdrittel gehen konnte.

Ein Déja-vu dann zum Start des letzten Drittels: Diesmal benötigten die Zürcher Oberländer immerhin 42 Sekunden, um durch Berweger mit einem sehenswerten Schlenzer aus grosser Distanz das Score zu erhöhen. Doch dann widerfuhr den Zürcher Oberländer jenes Ungemach, wie man es insbesondere in der vergangenen Saison so oft schon erlebt hat: Der Vorsprung wird nicht über die Zeit gebracht. In der Mitte des Schlussdrittels sorgten Nurmela und Remo Buchli mit ihren Toren innerhalb von 36 Sekunden dafür, dass die Nerven der Ustermer schon mal arg strapaziert wurden. Nachdem die Gäste eine weitere Überzahlmöglichkeit ungenutzt liessen, setzten die Bündner zu ihrer Schlussoffensive an, in der Simon Nett vorerst zweimal aus aussichtsreichster Position den Ball nicht im Tor Holensteins unterbrachte. Vielleicht war er noch zu aufgewühlt vom Rencontre kurz zuvor mit Juhola, als er beim Zürcher Oberländer-Bündner Schwingergang durch einen „Finnisch“ den Kürzeren gezogen hatte (wie es sich gehört, war die Sache mit einem gegenseitigen Schulterklopfen nach dem Spiel erledigt).

93 Sekunden vor Spielende bezogen die Malanser ihr Timeout und tauschten Goalie Vogt gegen einen sechsten Feldspieler – mit Erfolg: 23 Sekunden später war Buchli mit seinem zweiten Treffer des Abends tatsächlich für den Ausgleich besorgt. Was dann folgte, war ein eindrückliches Beispiel, was eben ein Topteam, das Jahr für Jahr um den Titel mitspielt, mit einem anderen unterscheidet. Die Bündner gaben sich keineswegs damit zufrieden, in einer etwaigen Verlängerung bestenfalls einen zweiten Punkt einzufahren, sondern nutzten den Ustermer Ärger um die eingebüsste Führung, um mit einem sehenswerten Spielzug 56 Sekunden vor Ablauf der 60 Minuten tatsächlich noch den spielentscheidenden Treffer durch Dan Hartmann zu erzielen. Usters Versuch, mit sechs Feldspielern anstelle des Torhüters nochmals ranzukommen, endete mit Karlanders 8:6 ins leere Tor.

Bereits heute Sonntag haben die Zürcher Oberländer die Gelegenheit zur Revanche. Wiederum in der Mehrzweckhalle Lust in Maienfeld steht der Cup-Achtelfinal gegen den selben Gegner auf dem Programm. Keine Frage, an welcher Hälfte des samstäglichen Spiels sich die Ustermer orientieren sollten.

UHC Alligator Malans - UHC Uster 8:6 (0:3, 3:2, 5:1)
Mehrzweckhalle Lust, Maienfeld. – 302 Zuschauer. – SR: Wehinger/Zurbuchen. – Tore: 3. Aellig (Schubiger) 0:1. 17. Suter (Juhola) 0:2. 18. Berweger (Hummer) 0:3. 21. Hummer (Berweger) 0:4. 23. Karlander (Tromm) 1:4. 32. Nurmela (Hartmann) 2:4. 38. T. Braillard (Veltsmid) 3:4. 39. Juhola (Henriksson) 3:5. 41. Berweger (Klauenbösch) 3:6. 48. (47:26) Nurmela (Veltsmid) 4:6. 49. (48:02) Buchli (H. Braillard) 5:6. 59. (58:50) Buchli (Nurmela) 6:6. 60. (59:04) Hartmann (Buchli) 7:6. 60. (59:23) Karlander 8:6. – Strafen: 5 mal 2 Minuten gegen Malans, 2 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Klauenbösch; Scherrer, Steiger; Ledergerber, Aellig; Henriksson, Berweger, Hummer; Nideröst, Juhola, Stäubli; Schubiger, Kellermüller, Suter; Brütsch, Heierli, Vitali, Burri. – 6. Pfostenschuss Suter (Uster). 38. Lattenschuss Karlander (Malans). 55. Lattenschuss H. Braillard (Malans). 59. Timeout Malans. Malans von 58:27 bis 58:50 ohne Torhüter. 60 (59:04) Timeout Uster. Uster von 59:05 bis 60:00 ohne Torhüter. Uster ohne Urner (verletzt) und Büsser (Ausland).