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Herren NLA

18.11.2018

Uster bleibt eine Wundertüte

Der UHC Uster unterliegt beim HC Rychenberg mit 3:5. Ein mässiger Auftritt reichte nicht, um den Kantonsrivalen zu bezwingen.

«Das erste Drittel machte den Unterschied», sagte Joel Kanebjörk nach dem Spiel. Der immer noch verletzte Schwede sprach von Details, welche für die heimischen Winterthurer entschieden. Florian Bolliger stimmt ihm zu: «Wir haben uns nicht clever angestellt, besonders im ersten Drittel», meinte der grossgewachsene Verteidiger. Doch alles mit dem schwachen Auftritt während den ersten 20 Minuten zu begründen, wäre zu kurz gegriffen. Auch im restlichen Spielgeschehen passte zu vieles an diesem Abend einfach nicht zusammen.

Das Ustermer Team agierte zu Beginn über weite Strecken passiv und überliess den Platzherren viel Raum, was diese dankbar annahmen und so immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen kamen. Lukas Grunder schloss eine schnelle Aktion ab und eröffnete das Skore (9.). Eine knappe Minute später jubelten die Winterthurer bereits wieder, doch die Unparteiischen aberkannten den Treffer. Die Gäste hingegen bleiben ungenau, spielten fahrig und fanden einfach nicht ins Spiel. Sinnbildlich der zweite Gegentreffer. Torhüter David Holenstein, sonst der sichere Rückhalt schlechthin, musste einen haltbaren Schuss zum 2:0 passieren lassen (16.).

Die Winterthurer hatten auch im zweiten Durchgang das Heft vorerst in der Hand. Sie waren aufsässig, kämpften um jeden Ball und blieben so öfters in Ballbesitz. Keeper Holenstein war es zu verdanken, dass seine Mannen nicht noch weiter ins Hintertreffen gerieten. Allerdings konnte die Truppe um Coach Heinonen nun auch einige Akzente setzen. Nicolas Heierli profitierte von einem Verteidigungsfehler, zog alleine auf das HCR-Tor los und liess Ruven Gruber im direkten Duell keine Chance (24.). Im ersten Überzahlspiel blieben die Ustermer dann wieder blass. Sie schoben sich lange den Ball hin und her und brachten nur zwei Abschlüsse zustande. Auch Marco Hurni konnte seine gute Abschlussposition kurze Zeit später nicht nutzen (38.). Besser machte es Simon Suter, mit einem satten Direktschuss von rechts schloss der Topskorer zum 2:2-Ausgleich ab, nachdem er von Niko Juhola mustergültig per Querpass bedient wurde (39.).

Zu Beginn des letzten Drittels stieg Tempo und Intensität an. Nun wussten die Gäste zu gefallen, spielten sie doch druckvoll und suchten den Führungstreffer. Dass dieser gar in Unterzahl gelang, spricht für die Moral in dieser Phase. Wegen eines Wechselfehlers wurde Heierli auf die Strafbank geschickt. Doch Kaapo Savinainen war plötzlich alleine vor Gruber und liess diesen sehenswert aussteigen (44.) und brachte die Oberländer erstmals in Front. Drei Minuten später konnten die Eulachstädter den neuerlichen Ausgleich bejubeln. Nach einer unübersichtlichen Szene vor Holenstein konnte Sämi Gutknecht einen Abpraller aus kurzer Distanz zum 3:3 verwerten (47.). Während die Ustermer dabei einen Regelverstoss gesehen haben wollten, taxierten die Schiedsrichter den Treffer als gültig. Wenig später verhängten die Unparteiischen einen Penalty gegen den HCR. Anjo Urner nahm Anlauf, schien Gruber zu bezwingen, setzte den Ball aber neben das Tor (49.). Dreieinhalb Minuten vor Spielende brachte Nico Gröbli die Hausherren wieder in Führung. Ähnlich wie beim 3:3 konnte er aus einem Gemenge um den Torraum herum einnetzen. Uster, durch eine Strafe von Timon Stäubli zurückgebunden, konnte nicht mehr reagieren und musste gar noch das schön herauskombinierte fünfte Gegentor kassieren.

Keine Zeit, den verlorenen Punkten nachzutrauern

Auf die Frage, weshalb Uster nicht am engagierten und überzeugenden Auftritt von vor einer Woche anknüpfen konnte, meinte Kanebjörk lapidar, dass «jedes Spiel so ganz anders ist». Auch Florian Bolliger kann keinen richtigen Grund finden. Weder die Premiere in der neuen Arena, noch der Boden oder das grosse Publikum hätten sein Team vor unlösbare Aufgaben gestellt, sagt er mit Schulterzucken.

Zeit, den verlorenen Punkten nachzutrauern, haben die Ustermer keine. Denn bereits am Mittwoch steht das nächste Meisterschaftsspiel an. Es ist das letzte vor der Weltmeisterschaft. «Ein Sieg hilft uns, mit einem guten Gefühl in die WM-Pause zu gehen», blickt Bolliger dem Heimspiel gegen Chur optimistisch entgegen.

 

HC Rychenberg Winterthur − UHC Uster 5:3 (2:0, 0:2, 3:1)

AXA Arena Winterthur. − 1322 Zuschauer. − SR: Gasser / Britschgi. − Tore: 9. Grunder (Schaub) 1:0. 16. Schwerzmann (Toropainen) 2:0. 24. Heierli 2:1. 39. Suter (Juhola) 2:2. 44. Savinainen (Suter, Ausschluss Heierli) 2:3. 47. S. Gutknecht (Schaub) 3:3. 57. Gröbli (Huser) 4:3. 59. Studer (Conrad, Ausschluss Stäubli) 5:3. − Strafen: 1 x 2 Min gegen Rychenberg Winterthur. 2 x 2 Min gegen Uster. − UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Hurni; Heierli, Klauenbösch; Gallati; Savinainen, Suter, Juhola; Berweger, Schubiger,  Stäubli; Kellermüller, Urner, Büsser; Schläpfer. − Bemerkungen: Uster ohne Ledergerber, Kanebjörk, Nideröst und Steiger (alle verletzt). Büsser im 2. Drittel verletzt ausgeschieden. Uster im 3. Drittel nur noch mit zwei Blöcken, 49. Urner vergibt Penalty, Uster ab 58:57 ohne Torhüter. Best Player S. Suter (Uster) und S. Gutknecht (HCR)