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Herren NLA

04.03.2018

Uster fordert dem Serienmeister viel ab

Der UHC Uster geriet am Wochenende gegen den SV Wiler-Ersigen in der Playoff-Serie nach zwei Niederlagen mit 0:3 in Rückstand. Besonders am Samstag wäre aber auch ein Sieg drin gelegen. Und am Sonntag war der Serienmeister beim 4:9 nur im Startdrittel überlegen.

Uster war am Samstag extrem nahe dran an einem Sieg gegen Wiler-Ersigen: Erst mit zwei Toren in den Schlussminuten konnte der Favorit für die entscheidende Differenz sorgen. Zuvor stand es zwischenzeitlich 4:1 und 5:2 für den UHC Uster. Es fehlte schliesslich die Cleverness und die Erfahrung, wie Trainer Simon Meier konstatierte.

Im gestrigen dritten Spiel der Playoff-Serie sah dies anders aus: Uster verbuchte einen veritablen Fehlstart und vermochte diesen im Mitteldrittel nicht zu korrigieren, da man zu wenig Druck auf das Tor der Gäste aufbauen konnte. Dank einem starken Tschopp im Tor blieb das Spiel trotzdem offen. Und selbst als Uster im Schlussdrittel mit 2:7 zurücklag, war die Partie noch nicht entschieden: Das Heimteam zeigte grossen Kampfgeist und kam knapp acht Minuten vor Schluss noch auf 4:7 heran, was die 495 Zuschauer mit lautstarker Unterstützung goutierten. Zu mehr reichte es aber nicht – nach dem 4:9 liegt der UHC Uster in der Playoff-Serie mit 0:3 zurück.

Der SV Wiler-Ersigen zeigte zu Beginn eine klare Reaktion auf das Spiel vom Samstag. Der Serienmeister und Cupsieger war im ersten Drittel die klar bessere und vor allem kaltblütigere Mannschaft. Die Gäste nutzten beinahe alle ihrer Chancen und gingen schon früh verdient in Führung. Für den UHC Uster war vor allem das 0:3 nach zwölf Minuten ärgerlich, als ein eigentlich einfacher Ball nicht aus dem Slot weggespielt werden konnte. Danach kam aber eine Reaktion: Als die Schiedsrichter eine Strafe gegen Wiler-Ersigen anzeigten, konnte Oskar Henriksson das 1:3 bewerkstelligen (16.). Nach geduldigem Spielaufbau verwertete er einen perfekten Querpass von Florian Bolliger. Doch 49 Sekunden später stellte Louis mit seinem zweiten Treffer des Abends den Drei-Tore-Vorsprung wieder her.

Uster versuchte im zweiten Drittel mit der Reduktion auf zwei Linien und einem Torhüterwechsel wieder Schwung ins Spiel zu bringen. Tschopp konnte sich gleich mit einigen guten Paraden auszeichnen, bei Johnssons Schuss von der Mittelinie blieb er aber machtlos – und hatte Glück, dass die Latte für ihn rettete. Juhola traf praktisch im Gegenzug zum 2:4. Doch der Schwede Johnsson (32.) und Mutter (34.), beide bedient vom überragenden Wiler-Topskorer Känzig, sorgten noch vor der zweiten Pause für klare Verhältnisse. Suter schoss für Uster noch das vermeintliche 3:6, das aber wegen hohen Stocks aberkannt wurde. Das Heimteam zeigte sich im Mitteldrittel defensiv solider, konnte nun die gefährlichen schnellen Konter des Cupsiegers unterbinden. Doch gleichzeitig fehlte in der Offensive der Zug aufs Tor, Chancen blieben Mangelware.

Im Schlussdrittel zog Wiler-Ersigen nach einem sehenswerten Zorro-Tor des späteren Best-Players Johnsson auf 7:2 davon. Doch Uster zeigte viel Moral: Nideröst nach einem starken Querpass von Bolliger (51.) und Juhola (52.) brachten Hoffnung zurück. Der Finne profitierte bei seinem 4:7 von einem schwachen Auswurf des Wiler-Goalies Reich, der sonst eine tadellose Leistung zeigte. Danach vermochte der UHC Uster die Gäste stärker unter Druck zu setzen, musste gleichzeitig aber seine Defensive entblössen. Das führte zu einem Penalty, den Väänänen verwertete, und kurz vor Schluss zu einem Treffer ins leere Tor zum Schlussstand von 4:9 – eine Differenz, die vor allem vom starken Start des Qualifikationssiegers her rührte.

Uster kann auf diesem Wochenende aufbauen. Am Samstag stellte man dem klaren Favoriten fast ein Bein, fuhr beinahe den ersten Sieg in den ersten Playoffs der Vereinsgeschichte ein. Das sieht auch Trainer Simon Meier so, der ein positives Fazit zum Wochenende zog: „Am Samstag waren wir extrem Nahe dran. Da zeigte sich einfach, dass Wiler in den entscheidenden Momenten extrem clever ist.“ Und gestern habe ihm vor allem der „extrem grosse Kampfgeist“ im Schlussdrittel gefallen. Tatsächlich hat Uster auch nach dem zwischenzeitlichen 2:7 nie aufgesteckt. So blickt Meier positiv auf das kommende Wochenende: „Die Serie ist erst entschieden, wenn ein Team den vierten Sieg einfährt. Ich glaube immer noch, dass auch wir das sein können.“ (ucu)

Bericht Janko Skorup (Zürcher Oberländer)

 

UHC Uster – SV Wiler-Ersigen 4:9 (1:4, 1:2, 2:3) Buchholz, Uster. – Zuschauer: 495.– SR: L. Kronenberg / C. Kronenberg. – Tore: 3. Louis (Rensch) 0:1. 6. Johnsson (Känzig) 0:2. 13. Hollenstein (Alder) 0:3. 16. (15.08) Henriksson (Bolliger; Strafe gegen Wiler-Ersigen angezeigt). 16. (15.57) Louis (Hofbauer) 1:4. 30. Juhola (Hummer) 2:4. 32. Johnsson (Känzig) 2:5. 34. Mutter (Känzig) 2:6. 49. Johnsson (Mutter; Strafe gegen Uster angezeigt) 2:7. 51. Nideröst (Bolliger) 3:7. 52. Juhola (Henriksson) 4:7. 57. Väänänen (Penalty) 4:8. 59. Bischofberger (Reich; ins leere Tor) 4:9.

 

1 mal 2 Minuten und 1 mal 10 Minuten (Steiger) gegen Uster, 1 mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen.

 

– UHC Uster: Holenstein (ab 21. Tschopp); Henriksson, Klauenbösch; Bolliger, Steiger; Heierli, Aellig; Schubiger, Juhola, Hummer; Nideröst, Berweger, Suter; Kellermüller, Büsser, Urner; Hurni, Klöti, Stäubli. – 28. Lattenschuss Johnsson. 36. Tor für Uster wegen hohen Stocks aberkannt. 54. Timeout Uster. Uster ab 54. teilweise ohne Torhüter. 57. Väänänen verwertet Penalty. 60. Lattenschuss Johnsson.

 

Best Player: Juhola / Johnsson