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Herren NLA

17.09.2016

Uster taucht in St. Gallen

Uster taucht in St. Gallen

Dem UHC Uster missglückt der Auftakt in die neue NLA-Saison gründlich. Die Zürcher Oberländer müssen sich dem UHC Waldkirch-St. Gallen auswärts mit 3:8 geschlagen geben. Die Entscheidung fiel im Schlussdrittel, in dem Uster gleich mit 0:7 niedergekantert wurde.

Dieses Spiel lässt den Beobachter ratlos zurück. Zwar lag der UHC Uster nach 40 wenig ansehnlichen Minuten nicht gerade komfortabel mit 3:1 in Führung, schien aber dennoch zumindest auf den budgetierten Startsieg zuzusteuern. Und dann dieses Schlussdrittel, in dem einfach nichts funktionierte. Das Unheil nahm bereits in der rabenschwarzen 42. Minuten seinen Lauf. Innert 39 Sekunden erzielten die Ostschweizer Gastgeber drei Tore und verwandelten den im zweiten Drittel eingehandelten Rückstand quasi aus dem Nichts in eine Führung. Trainer Simon Meier nahm in dieser Phase sein Timeout, doch der Weckruf verpuffte wirkungslos. Seine Spieler versuchten nun zwar mit mehr Zug aufs Tor wieder in die Partie zu finden, liefen damit aber den St. Gallern ins offene Messer. Immer wieder ging der Ball bereits im Umkreis der Mittellinie aufgrund von individuellen Fehlern verloren. Die gebotenen Chancen nutzte WaSa mit einer brutalen Effizienz – weitere drei Tore innert weniger als zwei Minuten sorgten für das deutliche Schlussresultat.

An der eigenen Nase nehmen

Bereits in den vorangegangenen Dritteln kränkelte das Ustermer Spiel an Ideenmangel und Unkonzentriertheit. Gemessen an der Anzahl Chancen betrieben die Zürcher Oberländer einen unverhältnismässig hohen Aufwand. St. Gallen verteidigte gewohnt tief gestaffelt und konzentriert. So entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel mit vielen Zweikämpfen und wenig zusammenhängenden Aktionen. Umso wichtiger war es, dass Uster die ersten Tore gelangen. Die Rückkehrer Suter und Berweger sowie der letztjährige Topscorer Hummer sorgten im Mitteldrittel für einen vermeintlich komfortablen Vorsprung. Ähnlich wie in den Spielen der letztjährigen Playout-Serie gegen denselben Gegner agierte Uster mit der Führung im Rücken etwas sicherer und schien somit gegen Ende des zweiten Drittels die Kontrolle über die Partie zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund ist es unerklärlich, wie wenig die Zürcher Oberländer ihrem Kontrahenten im Schlussdurchgang entgegenzusetzen hatten. In den Zweikämpfen fehlte es an Vehemenz, in den Offensivaktionen an Überzeugung. Uster muss sich deshalb selbst an der Nase nehmen, hatte es doch alle Trümpfe in der Hand, um WaSa aus der Komfortzone seines Zermürbungsspiels zu locken.

Am kommenden Wochenende sind mit Chur Unihockey und Cupsieger Floorball Köniz zwei grössere Kaliber zu Gast im Buchholz – wollen die Ustermer da punkten, braucht es eine deutliche Steigerung.

Nicolas Hafner
 

Telegramm:

UHC Waldkirch-St. Gallen - UHC Uster 8:3 (0:0, 1:3, 7:0)
Sporthalle Tal der Demut, St. Gallen. 196 Zuschauer. SR Hohler/Koch.
Tore: 21. Suter (Henriksson) 0:1. 29. Berweger (Kulmala; Ausschluss D. Alder) 0:2. 32. Hummer (S. Bolliger) 0:3. 36. Stieger (Büchel) 1:3. 42. (41:19) J. Alder (Schiess) 2:3. 42. (41:42) Büchel 3:3. 42. (41:58) Eschbach (Mittelholzer) 4:3. 47. J. Alder (Schiess) 5:3. 51. (50:12) Büchel (Kralik) 6:3. 51. (50:34) Eschbach (Conzett) 7:3. 52. Kralik (Eggenberger) 8:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Waldkirch-St. Gallen. Keine Strafen gegen Uster.
Bemerkungen: 12. Lattenschuss Gallati, 42. (41:42) Timeout Uster, Hummer (Uster) und Schiess (WaSa) als beste Spieler ausgezeichnet.

UHC Uster: Tschopp; Heierli, Aellig; Gallati, Florian Bolliger; Scherrer, Schläppi; Henriksson, Suter, Berweger; Silvan Bolliger, Hummer, Kulmala; Urner, Hafner, Kellermüller; Holenstein, Büsser, Meier, Ledergerber.