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Herren NLA

15.01.2018

Uster wahrt die Playoffchance

Genau zur richtigen Zeit gelingt dem UHC Uster mit dem Heimsieg gegen den UHC Alligator Malans der so dringend benötigte Kraftakt, mit dem sich die Zürcher Oberländer drei Runden vor dem Ende der Qualifikationsphase auf einen Playoffplatz hieven. Basis des Erfolgs war das zweite Drittel, das man mit 5:0 für sich entscheiden konnte.

Rein überhaupt nichts deutete im ersten Drittel dieses Samstagabends darauf hin, dass der UHC Uster gegen die Gäste aus dem Bündnerland sein Punktekonto aufstocken könnte. Das Spiel der Alligatoren war insbesondere für die Ustermer Defensive zu schnell und zu präzise. Zwar konnte der extra dafür eingewechselte Uster-Keeper Christoph Tschopp in der 6. Minute einen als Folge eines Stockschlags von Oskar Henriksson ausgesprochenen Penalty von Joel Friolet parieren, doch im darauf folgenden Überzahlspiel war der Malanser Topscorer Jarkko Nurmela ein erstes Mal erfolgreich. In der 14. Minute reüssierte der Finne erneut, nachdem die Ustermer Verteidigung zum wiederholten Mal schwindlig gespielt worden war. Jo Dennis Bärtschi war nur 32 Sekunden später nach einem Konter für den schmerzhaften Doppelschlag besorgt. Dem Heimteam gelang während den gesamten ersten 20 Spielminuten keine wirklich nennenswerte Torchance.

Was sich auch immer in der ersten Drittelspause in der Ustermer Kabine wirklich abgespielt haben mag – aus der Position des Beobachters schien es, als hätte ein altbekannter gallischer Energydrink irgendwie den Weg aus dem kleinen Dorf an der Atlantikküste in die Trinkflaschen der Ustermer Spieler gefunden. Zwar scheiterte Anjo Urner in der 28. Minute noch mit einem Penalty am Malanser Goalie Yannick Vogt, der diesen mit einem Halten selber verursacht hatte, aber im folgenden Powerplay packte Topscorer Manuel Hummer den Hammer aus und versenkte den Ball mit einem satten Weitschuss im gegnerischen Netz zum 3:1-Anschusstreffer. Es war der Auftakt zu einer siebeneinhalbminütigen Phase, die man so im Ustermer Buchholz schon sehr lange nicht mehr zu sehen bekommen hatte. Mit beinahe traumwandlerischer Sicherheit nutzten die Zürcher Oberländer nahezu jede sich bietende Chance zum Torerfolg. Marco Klauenbösch, Tobias Ledergerber und zwei Mal der später zum Bestplayer auf Ustermer Seite ausgezeichnete Simon Suter sorgten bis zu 37. Minute für die teilweise äusserst sehenswert herausgespielte 5:3-Führung des Heimteams, so das sich der Malanser Coach Oscar Lundin zu einem frühen Timeout genötigt sah. Uster-Coach Simon Meier löste das „gallische Geheimnis“ im Nachhinein auf: „Nachdem Malans das Spiel im ersten Drittel insbesondere durch seine Tempovariationen kontrolliert hatte und wir zu kopf- und taktiklastig aufgetreten waren, hatten wir uns für den zweiten Spielabschnitt vorgenommen, viel mehr Leidenschaft und Tempo reinzubringen, mehr nach vorne zu spielen und intensiver den Abschluss zu suchen.“

Erst vier Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, als Christoph Camenisch seine Farben wieder auf 5:4 heranbrachte. Kurzzeitig gewannen die Bündner wieder etwas die Oberhand, hatten jedoch in der 54. Minute Glück, als Hummer bei einem Solovorstoss nur die Latte traf. Der sechste Ustermer Treffer von Florian Bolliger nach einem Konter brachte nicht die erhoffte Sicherheit in die Reihen der Zürcher Oberländer, weil Nurmela nur 20 Sekunden später wieder den Anschluss bewerkstelligte. Grosse Aufregung kam nochmals auf, als die Malanser wegen einer etwas abenteuerlichen Strafe gegen Hummer zweieinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff nochmals die Gelegenheit zu einem Überzahlspiel erhielten. Getragen von dem frenetisch mitgehenden Publikum und einem die Übersicht behaltenden Holenstein überstand das Heimteam diese kritische Situation jedoch, wobei die Alligatoren sieben Sekunden vor dem Ende noch einen Pfostenschuss von Remo Buchli zu beklagen hatten. Dass das Ustermer Team im letzten Spielabschnitt einen Vorsprung über die Zeit bringt, ist keine Selbstverständlichkeit, wie es in dieser Saison leider mehrmals bewiesen hat. „Ich habe mir überlegt, ob ich das Thema in der zweiten Pause ansprechen soll oder nicht. Ich hab mich dann dafür entschieden und den Jungs gesagt, dass sie weiter mit dem Ball und diesen möglichst direkt in die Spitze spielen sollen“, so Simon Meier.

Mit dem Sieg gegen Malans und der Heimniederlage von Waldkirch-St. Gallen gegen Leader Wiler-Ersigen liegt der UHC Uster drei Runden vor Ende der Qualifikation vor den punktgleichen Ostschweizern auf dem 8. Rang und damit auf einem Playoffplatz. Wegen der nun anstehenden WM-Qualifikation des Nationalteams steht die nächste Runde mit dem wiederum eminent wichtigen Heimspiel gegen Rychenberg Winterthur erst in drei Wochen an. Für Simon Meier kein Problem. „Die lange Pause spielt keine Rolle. Wir müssen in diesen drei Wochen unsere Arbeit erledigen, was natürlich auch etwas einfacher fällt, wenn man eine konkrete Chance auf die Playoffteilnahme hat.“

Bericht: P.W.


Telegramm:
UHC Uster – UHC Alligator Malans 6:5 (0:3, 5:0, 1:2)
Buchholz, Uster: 281 Zuschauer.
SR: Bühler/Bühler.

Tore: 7. Nurmela (Braillard) 0:1. 14. (13:07) Nurmela (Nett) 0:2. 14. (13:39) Bärtschi () 0:3. 30. Hummer (Berweger) 1:3. 31. (30:47) Klauenbösch (Schubiger) 2:3. 32. (31:11) Ledergerber (Nideröst) 3:3. 35. Suter (Nideröst) 4:3. 37. Suter (Berweger) 5:3. 44. Camenisch () 5:4. 55. (54:59) Bolliger (Suter) 6:4. 56. (55:19) Nurmela (Veltsmid) 6:5.

Strafen: 4 mal 2 Minuten gegen Uster, 3 mal 2 Minuten und 1 mal 10 Minuten (Braillard) gegen Malans.

UHC Uster: Holenstein; Henriksson, Klauenbösch; Bolliger, Ledergerber; Heierli, Aellig; Schubiger, Juhola, Hummer; Nideröst, Urner, Suter; Stäubli, Kellermüller, Hurni; Tschopp, Berweger, Losa. – 37. Timeout Malans. 54. Lattenschuss Hummer (Uster). Malans von 58:45 bis 60:00 bei Ballbesitz ohne Torhüter. 60 (59:53) Pfostenschuss Buchli (Malans). Uster ohne Steiger (verletzt) und Büsser (gesperrt).