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Herren NLA

04.03.2017

Ustermer Paukenschlag zum Playout-Auftakt

Ustermer Paukenschlag zum Playout-Auftakt

Gleich mit einer 13:3-Packung schickte der UHC Uster am Samstagabend den UHC Thun zurück ins Berner Oberland. Obwohl die Gäste in diesem Playout-Auftaktspiel sicher nicht das Mass aller Dinge darstellten, stimmt die Art und Weise des Zürcher Oberländer Kantersiegs für den weiteren Verlauf dieser Best-of-Seven-Serie optimistisch.

Der 13-Punkte-Abstand nach 22 Qualirunden zwischen dem zehntplatzierten UHC Uster und dem UHC Thun auf Rang 11 kommt nicht von ungefähr. Einen Sieg mit gleich zehn Toren Unterschied zum Auftakt der Playouts 2017 hätten aber auch die optimistischsten Ustermer Fans kaum erwartet. Auch zur ersten Drittelspause hatte noch nichts darauf hingedeutet, dass die 175 Zuschauer im Buchholz mit einem eigentlichen Torfestival verwöhnt werden könnten. Das Heimteam stürmte nämlich keineswegs von Beginn an mit Mann und Maus nach vorne, sondern trachtete offensichtlich danach, erst die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, mit eigenem Ballbesitz den Gegner laufen zu lassen und in der eigenen Defensive den Laden dicht zu halten. Den ersten Treffer des Spiels erzielte in der elften Minute dann standesgemäss Manuel Hummer, der vor dem Anpfiff noch offiziell als Ustermer Topscorer der Qualifikation ausgezeichnet worden war und einen Scheck über 5750 Franken für die Nachwuchsabteilung der Zürcher Oberländer überreicht erhalten hatte. Der von einem Thuner Verteidger abgelenkte Ball nach einem Schuss von Markus Kulmala war direkt vor seine Schaufel gerollt. Florian Bolliger sorgte knapp sechs Minuten später mit einem schönen Schlenzer bereits für das 2:0-Pausenresultat, weil Captain Raphael Berweger kurz darauf im Überzahlspiel nur den Pfosten traf.

Das grosse Ustermer Schaulaufen im zweiten Drittel leitete der an diesem Abend in der Verteidigerposition agierende Oskar Henriksson ein, der einen Lauf über das ganze Feld mit einem präzisen Abschluss ins hohe linke Eck krönte. Nur 42 Sekunden später verbuchte der erst 17-jährige Romano Schubiger seinen bereits fünften Saisontreffer, nachdem er von Simon Suter mit einem präzisen Zuspiel von hinter dem Tor bedient worden war. Übrigens: Bereits sein erstes NLA-Tor hatte der erstaunliche Junior gegen die Berner Oberländer erzielt, am 7. Januar dieses Jahres, bei seinem ersten Auftritt auf dieser Ligastufe. Der Thuner Coach Andreas Lindström sah das Unheil kommen, aber weder ein Timeout noch ein Torhüterwechsel vermochte die Ustermer zu stoppen. Ungefähr im Zweiminutentakt bejubelten die Zürcher Oberländer die Treffer von Kulmala, wiederum Schubiger, Gabor Büsser und nochmals Henriksson. Es war jedoch beileibe nicht so, dass die Berner an die Wand gespielt wurden. Auch die Gäste hatten ihre Torchancen, scheiterten jedoch entweder an der Genauigkeit ihrer Abschlussversuche oder an dem an diesem Abend glänzend aufgestellten Uster-Goalie David Holenstein, der mehr als einmal sein ganzes Können aufbieten musste, damit sein Kasten rein bleibt.

Natürlich war das Spiel mit dem Zwischenstand von 8:0 nach zwei Dritteln entschieden. Es blieben somit also noch die Detailfragen zu klären. Diejenige nach dem Stängeli war nach vier Minuten im Schlussabschnitt beantwortet; Christian Amstutz hatte einen Schuss Kulmalas ins eigene Tor abgelenkt und Silvan Bolliger ein Zuspiel von Nicola Heierli im gegnerischen Netz versenkt. Diejenige nach einem allfälligen Shutout von Holenstein erwiderten die Thuner in der 46. Minute mit den beiden Treffern von Topscorer Thomas Kropf und Maurice Thomas mit einem doppelten Nein. Nur Sekunden später bremste Silvan Bolliger mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend den Schwung der Berner Oberländer gleich wieder ein. Zwar reüssierten diese durch Thomas noch ein drittes Mal, aber kurz darauf nutzte Anjo Urner ein doppeltes Überzahlspiel zum zwölften Ustermer Tor. Zwei Minuten vor dem Abpfiff bedankte sich Schubiger bei Suter für dessen beide perfekten Assists im zweiten Drittel seinerseits mit einem perfekten Zuspiel, das die Nummer 70 zum Schlussresultat von 13:3 nutzte.

„Wir waren von Beginn an hoch konzentriert und haben unsere eigene Fehlerquote tief halten können“, erklärte UHCU-Topscorer Manuel Hummer den Galauftritt seines Teams, vergass aber auch nicht zu erwähnen, dass die Gäste aus Thun „einen ihren schlechteren Tage“ eingezogen haben. Überheblich dürfe man nun nicht werden. „Wir haben zwar das zweite Drittel dank einer fantastischen Abschlusseffizienz 6:0 gewonnen, aber die Thuner hatten mehr Schüsse aufs Tor zu verzeichnen. Das müssen wir im nächsten Spiel noch besser machen. Ein Selbstläufer wird das nicht.“ Das sieht der Ustermer Routinier Thomas Aellig genauso: „Die Thuner werden am Sonntag sicher ganz anders auftreten. In einer Playout-Serie bedeutet auch ein Kantersieg nicht mehr als ein gewonnenes Spiel. Wir haben dies ja letzte Saison im Playout gegen Waldkirch-St. Gallen gesehen.“ Spiel 2 der Playoutserie findet morgen Sonntag, 5. März, in der Thuner MUR-Halle statt. Anpfiff ist um 19.00 Uhr.


UHC Uster – UHC Thun 13:3 (2:0, 6:0, 5:3)
Buchholz, Uster. – 175 Zuschauer. – SR: Meister/Rimensberger.
– Tore: 11. Hummer (Kulmala) 1:0. 17. F. Bolliger (Steiger) 2:0. 23. (23:00) Henriksson (Urner) 3:0. 24. (23:42) Schubiger (Suter) 4:0. 27. Kulmala (Hummer) 5:0. 29. Schubiger (Suter) 6:0. 31. Büsser (Heierli) 7:0. 34. Henriksson (S. Bolliger) 8:0. 44. (43:24) Eigentor 9:0. 45. (44:04) S. Bolliger (Heierli) 10:0. 46. (45:07) Kropf (Amstutz) 10:1. 46. (45:47) Thomas (Stulz) 10:2. 47. (46:10) S. Bolliger (Stäubli) 11:2. 50. Thomas (Fröhlich) 11:3. 52. Urner (F. Bolliger) 12:3. 58. Suter (Gallati) 13:3. –  Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen Uster, 5 mal 2 Minuten gegen Thun. – UHC Uster: Holenstein; F. Bolliger, Steiger; Heierli, Henriksson; Ledergerber, Aellig; Nideröst, Kulmala, Hummer; S. Bolliger, Urner, Büsser; Suter, Schubiger, Berweger; Brütsch, Gallati, Stäubli, Scherrer. – 19. Pfostenschuss Berweger. 24. Timeout Thun. 45. Lattenschuss . UHC Uster ohne Tschopp (krank), Diem, Hafner (beide verletzt), Schläppi, Kellermüller (beide nicht im Aufgebot).