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Herren NLA

01.11.2018

Vorne zu harmlos, hinten zu anfällig

Ausgerechnet gegen den Tabellenletzten UHC Thun, seit dem Sieg nach Verlängerung gegen die Jets am ersten Spieltag ohne Punktezuwachs, liefern die Ustermer einen äusserst bescheidenen Auftritt ab und verpassen es, mit einem Sieg auf den dritten Tabellenrang vorzustossen. In der Offensive fehlten meist die kreativen Ideen, und in der Defensive liess man sich das eine ums andere mal auskontern.

Das Heimteam legte den besseren Start aufs berühmt-berüchtigte Parkett der Thuner MUR-Halle in diesem Nachtragsspiel der fünften Runde. Mit einem Abstaubertor ging es im ersten Drittel in Front. Nur wenige Sekunden nachdem die Berner Oberländer eine gewisse Desorientierung in der Ustermer Defensive zum zweiten Treffer genutzt hatten, konnte der allein auf den Thuner Goalie Sven Körner zulaufende Anjo Urner nur noch mit einem Stockschlag am Abschluss gehindert werden. Den fälligen Penalty versenkte der Rechtsaussen souverän im rechten oberen Eck.

Auch im Mitteldrittel taten sich die Ustermer, obwohl wiederum mehrheitlich in Ballbesitz, im Kreieren vielversprechender Torchancen schwer, während die Thuner auf Ballverluste des Gegners lauerten, um ihre schnellen Kontervorstösse lancieren zu können. Anschauliches Beispiel war jene Phase, als die Zürcher Oberländer bei angezeigter Strafe gegen Thun fast zwei Minuten lang mit sechs gegen fünf Feldspielern agierten, ohne jedoch einen einzigen Abschlussversuch hinzukriegen. Auch während der zweiminütigen Strafzeit blieben die Ustermer ohne Torerfolg, ebenso wie kurz darauf die Thuner, als Florian Bolliger wegen Stockschlags aussetzen musste.

Eine Minute nach seiner Rückkehr von der Strafbank hämmerte jedoch ebendieser Bolliger nach einem sehenswerten Zuspiel von Simon Suter den Ball in die gegnerischen Maschen, nachdem er von der Thuner Verteidigung schlicht vergessen worden war. Nur gerade einer Minute später hätte Marco Cebulla das Heimteam wieder in Front bringen können; völlig freistehend vor Uster-Keeper David Holenstein zielte er jedoch übers Tor. Besser machte es 34 Sekunden vor der Pausensirene sein Kollege Florian Witschi, der bei einem dieser schnellen Konter dem Ustermer Goalie keine Chance liess und seine Farben mit einem Ein-Tore-Vorsprung in die Pause führte.

Das Überzahlspiel der Zürcher Oberländer brachte im Schlussdrittel nicht mehr Erfolg. Im Gegenteil: Mittels einem Freistoss zentral vor dem Ustermer Tor bauten die Thuner ihre Führung mittels einem Shorthander aus. Nach dem Aschlusstreffer von Suter nutzten die Einheimischen ihrerseits eine Zweiminutenstrafe gegen Gallati (Stockschlag) zum fünften und einen weiteren Aussetzer in Usters Defensive zum sechsten Treffer. Suters zweites Tor des Abends kurz vor Spielende war dann nur noch Resultatkosmetik.

Nach den beiden diskutablen Auftritten im Cup-Achtelfinal gegen die Grasshoppers sowie nun in Thun gilt es für den UHC Uster, für das schwierige Auswärtsspiel vom kommenden Sonntag gegen den SV Wiler-Ersigen den Fokus wieder zu finden und zum erfolgreichen Spiel zurückzukehren, wie es in den bisherigen Partien dieser Saison praktiziert wurde.

 

UHC Thun – UHC Uster 6:4 (2:1, 1:1, 3:2)

MUR-Halle, Thun. – Zuschauer: 193. – SR: Bühler/Bühler. – Tore: 6. Kummer (Zimmermann) 1:0. 13. (12:21) Reto Graber (Kropf) 2:0. 13. (12:46) Urner 2:1. 37. Bolliger (Suter) 2:2. 40. Witschi 3:2. 45. Meier (Sigrist) 4:2. 47. Suter 4:3. 55. Kummer (Kropf) 5:3. 56. Šimek 6:3. 59. Suter (Juhola) 6:4. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Thun, 3 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein, Bolliger, Hurni, Heierli, Klauenbösch, Gallati; Savinainen, Juhola, Suter; Schubiger, Berweger, Nideröst; Kellermüller, Stäubli, Urner; Schaffer, Büsser, Schläpfer, Zimmerman. – 59. Timeout UHC Uster, direkt folgend Timeout UHC Thun. Uster, ab 58:12 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Ledergerber, Kanebjörk, Steiger und Brütsch (alle verletzt).