zurück

Herren NLA

16.02.2019

Ein Ausrufezeichen vor den Playoffs

Der UHC Uster bezwingt auswärts Floorball Köniz mit 4:3 und belegt damit dank der Niederlage von Zug United bei Rychenberg Winterthur vor der letzten Qualirunde morgen den sechsten Platz. Der Sieg gegen die Berner, die sich noch im Fernduell mit dem Kantonsrivalen Wiler-Ersigen um Rang 2 befinden, ist ein Warnsignal an die Spitzenteams hinsichtlich des Playoffgegner-Auswahlverfahrens vom Sonntagabend.

Zwei grosse Aufreger gab es in der Ustermer Spielfeldhälfte während des ersten Drittels zu vermelden, und beide Male war der Zürcher Oberländer in bernischen Diensten Silvan Bolliger beteiligt: Erst hämmerte er nach neuneinhalb Minuten den Ball an den Pfosten und vier Minuten später bediente er nach erfolgreichem Blocken eines Schussversuchs von Ramon Zimmermann auf Höhe der Mittellinie seinen Offensivkollegen Yves Pillichody, der Uster-Keeper David Holenstein im zweiten Versuch mit dem Nachschuss zu bezwingen vermochte. Dazwischen hatte zwar auch der Ustermer Timon Stäubli den Ball im gegnerischen Netz untergebracht, nach Ansicht des Schiedsrichters stand er dabei jedoch im Torraum und behinderte Köniz-Keeper Patrick Eder.

Fast schien es, die beiden Mannschaften hätten vor der Partie die Übereinkunft getroffen, sich in physischer Hinsicht gegenseitig nicht allzu weh zu tun, um allfällige Verletzungsfolgen hinsichtlich der bald anstehenden Playoffs möglichst zu vermeiden. Beidseits bediente man sich nahezu ausschliesslich spielerischen Mitteln; Körperkontakt war kaum auszumachen. So auch im zweiten Drittel, in dem das Heimteam bereits nach 15 Sekunden seinen Vorsprung ausbauen, die Ustermer dann jedoch bis zur Spielhälfte ausgleichen konnten. Der Anschlusstreffer der Zürcher Oberländer gehörte in die Kategorie «Tor des Monats»: Nachdem Niko Juhola einen gegnerischen Pass noch im Drittel der Könizer hatte abfangen können, praktizierte er mit seinem finnischen Landsmann Kaapo Savinainen einen Doppel-Doppelpass, den letzterer dann mit einem wunderschönen Schlenzer ins rechte hohe Eck abschloss. «Wenn Juho den Ball hast, musst du als Mitspieler generell immer auf einen genialen Pass gefasst sein. Das Tor war wirklich herrlich herausgespielt», so Usters Nummer 11, die nach der Partie als bester Gästespieler ausgezeichnet wurde. Dreieinhalb Minuten danach musste Köniz-Keeper Patrick Eder zum zweiten Mal hinter sich greifen: Verteidiger Nicola Heierli schloss seinen Offensivdrang mit einem millimetergenauen Querpass vors Berner Gehäuse direkt auf die Schaufel von Kollege Stäubli ab, der so doch noch zu seinem Treffer kam. Dass die Zürcher Oberländer trotzdem mit einem Rückstand in die zweite Pause gingen, hatte seinen Ausgangspunkt zwei Minuten zuor in einem Ballverlust Marco Hurnis, so dass Florian Bolliger den allein auf Holenstein zulaufenden Könizer nur noch mit einem Foul stoppen konnte. Zaugg verwertete den fälligen Penalty souverän.

Etwas intensiver geführt wurde die Partie dann in den letzten vier Minuten des Schlussdrittels. Grund war, dass die Ustermer zu diesem Zeitpunkt mit 4:3 voran lagen. Nachdem man ein Überzahlspiel wegen einer Zweiminutenstrafe gegen den Könizer Finnen Tuomas Iiskola noch nicht zu Zählbarem hatte nutzen können, ging es in der 54. Minute für die Berner Defensive etwas zu schnell: Juhola schloss die Passfolge ausgehend von Savinainen über Simon Suter mit einem Direktschuss unhaltbar für Eder ab. Ganz ähnlich kamen die Gäste nur wenig später zu ihrem vierten Treffer, für den diesmal Savinainen als Torschütze verantwortlich zeichnete. Für die letzten 140 Sekunden des Spiels nahmen die Berner Goalie Eder für einen sechsten Feldspieler aus der Partie, blieben in ihren Abschlussversuchen jedoch erfolglos. Die beste Ausgleichschance verpasste Stefan Hutzli.

«Unsere solide Defensive in der Schlussphase war kennzeichnend für das gesamte Spiel», hielt Savinainen nach der Partie fest. «Jede einzelne Linie hat heute zur richtigen Zeit das richtige gemacht und intelligent gespielt. Der Sieg basiert auf einem beeindruckenden Teameffort.» Was bedeutet der Erfolg gegen den Tabellendritten in Hinsicht auf die Playoffs? «Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir auf alle Fälle ein unangenehmer Gegner sein werden. Ich bin sehr gespannt, wer uns für die Playoff-Viertelfinals auswählen wird.»

 

Floorball Köniz – UHC Uster 3:4 (1:0, 2:2, 0:2)

Sporthallen Weissenstein, Bern. – Zuschauer: 686. – SR: Brunner/Büschlen. – Tore: 14. Pillichody (S. Bolliger). 21. Zaugg (J. Ledergerber) 2:0. 27. Savinainen (Juhola) 2:1. 30. Stäubli (Heierli) 2:2. 38. Zaugg 3:2. 54. Juhola (Suter) 3:3. 57. Savinainen (Suter). – Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen Köniz, 1 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein; Heierli, Klauenbösch; F. Bolliger, Hurni; Gallati, Zimmermann; Schubiger, Berweger, Stäubli; Savinainen, Juhola, Suter; Nideröst, Urner, Büsser; Brütsch, Kellermüller, Ernst, Thalmann. – 10. Pfostenschuss S. Bolliger (Köniz). 11. Tor von Stäubli (Uster) wegen Torraumoffsides aberkannt. 42. Pfostenschuss Stäubli. 58. Timeout Köniz. Köniz ab 58:40 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Kanebjörk, Steiger und T. Ledergerber (alle verletzt).