L-UPL: OVERTIMESIEG GEGEN DEN CUPFINALISTEN THURGAU
In einer auf beiden Seiten von auffällig vielen Ungenauigkeiten geprägten Partie bringt der UHC Uster zwar einen bis Spielhälfte erarbeiteten Zweitorevorsprung nicht über die Zeit, behält aber durch Loris Murers Treffer nach gerade mal 12 Sekunden in der Verlängerung gegen Floorball Thurgau letztlich doch die Oberhand. Es war der erste Erfolg gegen die Ostschweizer seit knapp anderhalb Jahren respektive vier Niederlagen in Folge.
Was die beiden Teams, die heute Abend in der von 415 Zuschauern besuchten Ustermer Buchholzhalle aufeinandertrafen, während der Nationalmannschaftspause auch immer für ein Programm hatten − den Übergang in den Ligabetrieb brachten weder Zürcher Oberländer noch Ostschweizer so wirklich zustande. Die hohe Zahl der Ungenauigkeiten bei der Ballkontrolle sowie der Fehlpässe während dieser Begegnung war in der Tat auffällig bis erstaunlich. Sinnbildlich stand am Ursprung beider Treffer im ersten Drittel ein grober Schnitzer eines Akteurs beider Seiten. So profitierte erst in der achten Minute UHCU-Topscorer Johannes Wilhelmsson von Problemen Janis Grafs bei der Annahme eines eigentlich einfachen Zuspiels seines Bruders Niklas und schickte Daniels Jānis Anis auf die Reise, der mit einem tollen Schuss in die linke hohe Ecke für den Führungstreffer besorgt war. Das Gegengeschenk folgte fünf Zeigerumdrehungen später durch Filip Karlsson, dessen Ball unter Druck von Gegenspieler Florian Fehr direkt auf der Kelle des Thurgauer Topscorers Aaro Helin landete, der bei seinem Konter dem Ustermer Keeper Nicola Brütsch keine Chance liess. Nach dem Ausgleich übernahmen die Ostschweizer vermehrt die Kontrolle über das Spielgeschehen, dass sich grossteils in die Ustermer Hälfte verlagerte. Aufregung gab es allerdings nur noch in der 16. Minute, als erst Helin den Ball an die Latte setzte und nur wenige Sekunden darauf Anis allein vor Thurgau-Goalie Oskari Fälden auf Zuspiel Jhonan Meiers nicht reüssierte.
Das Mitteldrittel nahm bereits nach anderthalb Minuten richtig Fahrt auf. Erst musste Brütsch nach einem missglückten Freischlag Ted Nivestams sein Können im Sekundentakt gegen Niklas Graf und nach dem Abpraller Oliver Wiedmer unter Beweis stellen. Im Gegenzug machte es Nivestam dann um einiges besser, indem er nach Doppelpass mit Yves Klöti den Ball auf seinen völlig freistehenden schwedischen Landsmann Wilhelmsson ablegte, der sich nicht zweimal bitten liess und sein Team wieder in Führung schoss. Wenig später hatte Yves Klöti gar das 3:1 auf dem Stock, verzog aber knapp. Danach war dann wieder Brütsch gefordert, der sich aber weder von Levin Peter noch von Martin Sipronen bezwingen liess.
Nachdem in Minute 27 Marcel Arnet von Mika Hänni gelegt worden war, durfte sich das Heimteam erstmals an diesem Abend im Powerplay versuchen. Mit dem halbhohen Zauberpass Yves Klötis, den Nivestam mit dem Stockschaft ins Tor lenkte, nutzten die Ustermer die zahlenmässige Überlegenheit zum Schmankerl des Abends und erstmaligen Zweitorevorsprung. Nur wenig später waren dann nach Josia Pfisters Stockschlag gegen Sipronen die Gäste mit Überzahlspiel an der Reihe. Aber erst sah Helin seinen Abschluss von Brütsch pariert, und in der Folge erwies sich insbesondere der Thurgau-Schwede Tim Lindberg als Powerplay-Chancentod. Der Anschlusstreffer für die Gäste fiel dann doch noch, nachdem Brütsch vier Minuten vor der zweiten Pausensirene einen satten Schuss Lindbergs hatte abprallen lassen müssen und Zenger mit einem cleveren Backhandpass Kollege Fehr das Tor zum 2:3 ermöglichte. Eine zweite Thurgauer Strafe gegen Sipronen nach Stockschlag gegen Timon Anderegg in der Endphase des Mitteldrittels liessen die Zürcher Oberländer ungenutzt.
Im Schlussdrittel nahmen die Gäste dann doch vermehrt wieder das Heft in die Hand. Zwar blieb eine Strafe gegen Jean-Luc Klöti noch folgenlos, doch bei Gleichstand der Kräfte schlenzte Sipronen von der Seitenbande aus den Ball sehenswert ins Ustermer Gehäuse. In der Folge entwickelte sich unter Mittun beider Teams ein zuweilen etwas chaotisches Spielgeschehen, wobei zumindest Brütsch wie auch Fälden die Übersicht behielten, das dann aber Thurgau-Coach Jukka Ruotsalainen mit einem Timeout fünf Minuten vor der Sirene unterbinden wollte. Letztlich hatte das Remis bis zur Schlusssirene des dritten Spielabschnitts Bestand, was man als für beide Seiten verdient werten kann, auch wenn sich die Zürcher Oberländer noch bei Best Player Brütsch bedanken konnten, der einen späten Lucky Punch des Thurgauers Hänni grandios vereitelte.
Von der folgenden Overtime gibts nicht viel zu berichten, da sie gerade mal 12 Sekunden dauerte. Zwar ging das Anspiel-Bully verloren, doch die Zürcher Oberländer setzten konsequent nach und die Thurgauer in deren eigenen Zone so unter Druck, dass Timon Günthard den Ball erobern, Albert Koskinen diesen übernehmen sowie quer zu Loris Murer legen und letztgenannter das Runde aus der Drehung in den Netzhimmel spedieren konnten.
Während die Ustermer nun erneut zwei Wochen Zeit haben, sich auf die nächsten Aufgaben (Wiler-Ersigen auswärts, Chur daheim) vorzubereiten, gilt es für die Thurgauer bereits am kommenden Samstag im Cupfinal gegen Rychenberg Winterthur wieder ernst – im swiss unihockey Hub Livestream übrigens kommentiert von UHCU-Coach Simon Meier. In Weinfelden wird man sich die nächsten Tage an die Floskel der verpatzten Hauptprobe und geglückten Premiere halten.
UHC Uster – FB Thurgau 4:3 n.V. (1:1, 2:1, 0:1, 1:0)
Buchholz, Uster. – Z: 415. – SR: Schläpfer/Fässler. – Tore: 8. Anis (Wilhelmsson) 1:0. 13. Helin (Fehr) 1:1. 22. Wilhelmsson (Nivestam) 2:1. 29. Nivestam (Y. Klöti) 3:1. 36. Fehr (Zenger) 3:2. 52. Sipronen (Zenger) 3:3. 61. Murer (Koskinen) 4:3. − Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen Uster, 2 mal 2 Minuten gegen Thurgau. – Uster: Brütsch; Murer, Anderegg; Nivestam, Meier; Günthard, J.-L. Klöti; Pfister, Koskinen, Karlsson; Y. Klöti, Wilhelmsson, Anis; Burkhart, Arnet, Knüsel; Andersson, Ledergerber, Hänseler, Franzen. – 16. Lattenschuss Helin (Thurgau). 57. Anderegg verletzt ausgeschieden. Uster ohne Fischer (verletzt) sowie Hug und Renner (beide U21). Brütsch zum Ustermer Best Player gewählt.
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